slowUp Solothurn-Buechigbärg war ein Erfolg

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slowUp 2018 Solothurn Buechibärg war ein Erfolg

Dank «idealem Velowetter» haben am Sonntag rund 28 000 Personen am 8. slowUp Solothurn-Buechibärg teilgenommen. Die soH unterstützte diese Veranstaltung auch dieses Jahr wieder mit einem Sponsorenzelt und einem bemannten Rettungsfahrzeug.

Die Standaktionen sprachen alle Sinne der Besucher an und schufen für Jung und Alt positive Erlebnisse. Gleichzeitig vermittelten die Aktionen sachliche Informationen rund um das Thema Gesundheit und riefen die Wichtigkeit von Notfallnummern in Erinnerung.

Das Geschicklichkeitsspiel mit der Nummer 144 verlangte Nerven aus Stahl. Wer zitterte und den Draht mit dem Stab berührte, löste einen Alarm aus. Sehr viele Interessierte nahmen an einem Notfall-Zahlenroulette teil.

Berufsmarketing bei den Kleinsten

Der beliebteste Standmitarbeiter war unbestritten die kleine Schaufensterpuppe „Leo“. Er hatte sich verletzt und durfte von den kleinen Gästen mit einem Pflästerchen oder einem Verband versorgt werden. Leo erhielt über 50 Kinderzeichnungen und Genesungswünsche. Auch der Reanimationspuppe wurde nach einem Herzstillstand mehrfach erfolgreich zurück ins Leben verholfen.

Wenige Zwischenfälle

Die Sanitäts- und Rettungsdienste hatten bis zum offiziellen Schluss um 17 Uhr hauptsächlich kleinere Einsätze zu leisten. Daher war es dem Ambulanzteam möglich, ihr Fahrzeug den interessierten Besuchern von Innen zu zeigen.

Ein grosses Dankeschön gebührt allen Standmitarbeitern. Dank ihrem grossen Engagement bleibt dieser Tag den Besuchern wohl noch lange in positiver Erinnerung.


Ohne Last ins Leben

Stoffwechsel

Ohne Last ins Leben

Übergewicht bei Kindern liesse sich mit einfachsten Methoden bekämpfen. Liesse. Denn zentral dabei ist oft die Vorbildrolle der Eltern – und die Tatsache, dass sich Kinder immer weniger bewegen.

Das Essverhalten der Eltern beeinflusst das Kind bereits vor der Geburt. Bei der Ernährungsberatung für Kinder ist der Einbezug der Eltern darum enorm wichtig.

Kinder brauchen regelmässige Mahlzeiten. Wichtig ist aber, bewusste Zwischenmahlzeiten einzuplanen wie Znüni und Zvieri und das Kind nicht ständig naschen zu lassen. Bei den drei grossen Mahlzeiten sollen Kinder
essen, bis sie satt sind.

Kinder brauchen Bewegung – und zwar draussen an der frischen Luft.

Kinder im Wachstum haben den grossen Vorteil, dass sie aus dem  Übergewicht herauswachsen können und nicht abnehmen müssen.


6 Punkte für ein gesundes Gewicht bei Kindern

  1. Essen Sie gemeinsam und nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Vermeiden Sie Ablenkung durch Smartphones oder Fernseher.
  2. Bieten Sie dem Kind gesunde Zwischenmahlzeiten wie Früchte oder Gemüse an.
  3. Planen Sie Süssigkeiten bewusst ein. Strikte Verbote nützen meistens wenig.

  1. Wasser eignet sich als Durstlöscher am besten. Süssgetränke nur in Ausnahmefällen.
  2. Beziehen Sie das Kind beim Kochen mit ein. Lassen Sie es kleine Tätigkeiten ausführen.
  3. Früh übt sich – es ist einfacher, das Gewicht zu halten und rauszuwachsen anstatt im Erwachsenenalter abzunehmen.


« Eigentlich wüssten fast alle Eltern, wie man sich gesund ernährt. Ich stelle aber immer mehr fest, dass sich Kinder kaum mehr draussen  bewegen. Nebst aller Unterstützung, die ich zu gesunder Ernährung geben kann, animiere ich Eltern darum auch dazu, mit den Kindern rauszugehen, ihnen die Natur zu zeigen, mit ihnen zu spielen, zu wandern und sie bei der aktiven Freizeitgestaltung zu unterstützen. Es muss nicht gleich der Sportclub sein – draussen spielen reicht auch. »

Sibylle Reimann, Leiterin Ernährungsberatung Kantonsspital Olten

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Lieber unschlank als krank

Stoffwechsel

Lieber unschlank als krank

Der menschliche Körper hat die Grundveranlagung, dass er nicht am Hungertod sterben will. Deshalb, so die Grundregel, funktioniert keine Diät, die mehr als ein Kilo Gewichtsverlust pro Woche verspricht.


6 Punkte, die Sie beim Abnehmen berücksichtigen sollten

  1. Es braucht eine innere und ehrliche Motivation.
  2. Setzen Sie sich ein realistisches Ziel. Es gibt keine «Traumfigur» innert ein paar Wochen.
  3. Es ist sehr wichtig, das jetzige Essverhalten zu analysieren. Essen Sie viel, wenn Sie Stress haben? Aus Langeweile? Wenn Sie frustriert sind? Oder schauen Sie während des Essens oft aufs Handy oder in den Fernseher? Essen sollte immer eine Hauptbeschäftigung sein.

  1. Versuchen Sie ganz bewusst mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.
  2. Wo sind Ihre Erfolgschancen am grössten? Würden Sie gerne mehr Sport treiben? Oder ist es einfacher für Sie, Ihre Ernährung umzustellen? Finden Sie es heraus.
  3. Rückschläge gehören dazu. Finden Sie einen guten Umgang damit.


Eines stellt Cornelia Albrecht, langjährige Leiterin der Ernährungsberatung am Bürgerspital Solothurn, gleich zu Beginn unseres Gesprächs klar: «Es ist gesünder, einige Kilos Übergewicht zu haben aber dafür einen gesunden Lebensstil zu pflegen, als rank und schlank zu sein und sich nie zu bewegen oder einseitig zu ernähren.» Übergewicht, so Albrecht weiter, lässt sich zwar sehr wohl mit dem Body-Mass-Index oder anderen Skalen definieren, entscheidend sei aber auch die Körperzusammensetzung und das eigene Körpergefühl.

Übergewicht entsteht, wenn die tägliche Kalorienaufnahme langfristig den Energieverbrauch des Körpers übersteigt. Zu wenig Bewegung, zu viele Kalorien, so die einfache Grundregel. «Jeder Mensch hat aber einen anderen Grundumsatz», so Cornelia Albrecht. Als Grundumsatz bezeichnet man die Anzahl Kalorien, die ein Mensch in völliger Ruhe verbrennt. «Deshalb ist es tatsächlich so, dass die einen Menschen mehr essen können, ohne an Gewicht zuzulegen, als andere.» Der Grundumsatz kann aber durch mehr Bewegung beziehungsweise eine grössere Muskelmasse erhöht werden.

«Hat eine Person Übergewicht und kommt zu uns in die Ernährungsberatung, so wird die Situation immer gesamthaft betrachtet», so Albrecht weiter. Man muss eine Jetzt-Analyse aufnehmen, das Umfeld miteinbeziehen und sich erkundigen, welche Diäterfahrungen der Patient bereits gemacht hat. Denn alle Patientinnen und Patienten, die zur Ernährungsberatung gehen, haben meist schon eine oder mehrere Diäten hinter sich und kennen den Jo-Jo-Effekt nur zu gut: Gewicht verlieren und gleich wieder zunehmen. Und sie ergänzt: «Bei den meisten Schnell-Diäten verliert der Körper vor allem Muskelmasse und Wasser, aber nur wenig Fett. Abnehmen und das Gewicht halten können erfordert darum mehr als eine Diätphase.» Gewöhnt man den Körper nicht über längere Zeit an eine Ernährungs- oder besser gesagt Lebensumstellung, so wird er am Ende einer Diät nämlich nur ein Ziel haben: seine Depots so rasch wie möglich wieder aufzufüllen.

 

Hände weg von diesen Diäten

  • Mehr als ein Kilo Gewichtsverlust pro Woche.
  • Einseitige Lebensmittelauswahl.
  • Wenn eine Erfolgsgarantie versprochen wird.
  • Wenn zur Diät hinzu Produkte verkauft werden.
  • Wenn die tägliche Energiezufuhr tiefer als 1500 Kalorien ist.

Der optimale Teller

Poster Optimaler Teller

Wussten Sie, dass…

… der Insulinspiegel dauernd erhöht ist, wenn jemand immer wieder kleine Mahlzeiten zu sich nimmt? Dies hindert den Körper daran, Fettdepots anzuzapfen. Erwachsene sollten deshalb regelmässige Esspausen von drei bis vier Stunden machen, damit der Fettstoffwechsel angekurbelt wird.

… Stress eine Ursache für Übergewicht ist?

… der Begriff «light» auf Lebensmitteln nicht gesetzlich definiert ist?

… Light-Produkte meistens fettreduziert sind? Fette geben jedoch ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Deshalb hat man meistens nach dem Verzehr von Light-Produkten rascher wieder Hunger und isst mehr davon.


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Der erste und wichtigste Auftrag eines Spitals ist, Kranke und Verunfallte zu behandeln. Menschlich, kompetent und rasch, unabhängig von sozialem Status oder Einkommen. Das ist eine wichtige Errungenschaft, welche das Schweizer Gesundheitswesen mit Bravour leistet.

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass gerade dort, wo Krankheiten mit hoher Kompetenz behandelt werden, auch Wissen weitergegeben wird. Wissen darüber, wie Krankheiten entstehen, wie sie mit der eigenen Lebensweise zusammenhängen und vor allem, wie sie verhindert werden können.

Gesundheitsinformationen sind ein zentraler Teil der Präventionsarbeit. Es ist deshalb wichtig, dass die Spitäler nicht nur behandeln, sondern auch informieren und aufklären – wie zum Beispiel mit diesem Magazin. Der Kanton Solothurn hat die Solothurner Spitäler mit einem Leistungsauftrag verpflichtet, sich besonders im Bereich Prävention zu engagieren. Auch auf Bundesebene wurde erkannt, wie wichtig Prävention in der Gesundheitsversorgung ist, da Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Adipositas zunehmen. Ziel ist es, Erkrankungsrisiken zu minimieren, den Behandlungsbedarf zu vermindern und Lebensqualität zu verbessern. Dies ist denn auch ein positiver Beitrag, um Behandlungskosten zu senken.

Susanne Schaffner, Gesundheitsdirektorin Kanton Solothurn


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Diabetes und Adipositas können zahlreiche weitere Erkrankungen zur Folge haben. Fachärzte der Solothurner Spitäler erklären die häufigsten.

PD Dr. med. Lukas Zimmerli
Chefarzt Medizinische Klinik, Kantonsspital Olten

1

Sehr hohes Risiko bei Bluthochdruck

« Diabetes und Bluthochdruck sowie hohe Blutfettwerte vertragen sich in dieser Kombination sehr schlecht. Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt dadurch überproportional. Vor allem beim Diabetes mellitus Typ 2 wird oft ein hoher Blutdruck festgestellt. Deshalb sollten der Blutdruck und die Blutfettwerte in Absprache mit dem Arzt regelmässig kontrolliert werden. Bei zu hohen Werten hilft ein Abbau des Körpergewichts und vor allem regelmässige körperliche Bewegung. »

PD Dr. med. Stefan Farese
Leitender Arzt Nephrologie / Hämodialyse, Bürgerspital Solothurn

2

Nierenstörungen als Folge

« Bekannt ist, dass Diabetes zu Störungen der Nieren führen kann (Niereninsuffizienz), weniger bekannt ist jedoch, dass auch Adipositas und sogar schon leichtes Übergewicht zu Störungen der Nierenfunktionen führen kann. Oft spüren Patienten lange nichts, da Nieren nur wenig Schmerzfasern haben und lange keine Symptome hervorrufen. Deshalb gilt es bei Diabetes, Übergewicht und Blutdruck-Problemen auch an die Nieren zu denken und in Absprache mit dem Arzt regelmässig den Urin untersuchen zu lassen, um Schädigungen vorzubeugen.  »

Dr. med. René Lüthi
Leitender Arzt Angiologie, Kantonsspital Olten

3

Schwierige Wundversorgung

«Bei einem dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel oder einer schlechten Insulineinstellung können Blutgefässe und Nerven beschädigt werden. Am bekanntesten ist wohl das Symptom des diabetischen Fusses, wenn sich grosse Wunden am Fuss kaum mehr schliessen. Bei gut eingestelltem Diabetes treten offene Wunden, die sich nur schwer wieder schliessen, seltener auf. Wichtig ist, dass selbst schon kleine Wunden bei Diabetikern genau beobachtet und sofort richtig behandelt werden. Somit ist auch eine Heilung möglich.  »

Dr. med. Heinz Borer
Leitender Arzt Pneumologie, Bürgerspital Solothurn

4

Zu wenig Luft in der Nacht und bei Tag

«Bei übergewichtigen oder adipösen Menschen verengt sich der Rachenraum, was im Schlaf zu einem Verschluss der Atemwege und damit zur Schlafapnoe führen kann. Dadurch entstehen während des Schlafs Atempausen von teilweise weit über einer Minute, die Sauerstoffzufuhr zu den inneren Organen und zum Gehirn wird so vermindert, Bluthochdruck kann die Folge sein. Damit steigt das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Beim Adipositas-Hypoventilationssyndrom, das meist bei schwer adipösen Menschen vorkommt, ist die normale Atmung so stark eingeschränkt, dass es nicht nur zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff, sondern auch zu einer ungenügenden Abatmung von Kohlendioxid kommt, was zu einer Blutdruckerhöhung im Lungenkreislauf, zu Atemnot und Kopfschmerzen führt. »

Dr. med. Peter Spörri
Chefarzt Urologisches Kompetenzzentrum soH

5

Eingeschränkte Sexualität bei Mann und Frau

« Diabetes ist eine Krankheit, welche das Nervenund Gefässsystem beeinträchtigt, darunter auch die Blutgefässe im Penis, die beim Mann für die Erektion sorgen. Bei rund der Hälfte der männlichen Diabetiker kann es zu einer sogenannten erektilen Dysfunktion kommen. Ein weiterer Faktor für eine eingeschränkte Sexualität ist aber auch die psychische Belastung, welche die Krankheit mit sich bringen kann. Auch bei weiblichen Diabetikerinnen kann das sexuelle Empfinden eingeschränkt sein. Am wichtigsten ist es, mit der Partnerin oder dem Partner offen darüber zu sprechen – und sich nicht zu scheuen, das Thema auch mit dem Arzt oder der Ärztin anzugehen. Denn mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die helfen, wieder zu einer erfüllten Sexualität zu finden. »

Andreas Hofer, Adipositas-Patient, Jahrgang 1963

« Es war vor zehn Jahren, ich wog rund 170 Kilogramm und hatte einen Magenwandriss. Das führte zu einem Noteingriff im Spital Dornach. Mein damaliger Chirurg, Doktor Peter Vogelbach, machte mir klar, dass es so nicht weitergehen könne. Ich erhielt etwas später ein Magenband, welches mir nach fünf Jahren aber immer mehr Probleme bereitete. Ich nahm zwar 70 Kilogramm ab, konnte aber vieles nicht mehr essen. Letztes Jahr dann wurde mir das Magenband entfernt und ich nahm danach wieder zu. Nach einigem Zögern wurde mir im Januar 2018 ein Magenbypass operiert. Seither fühle ich mich als neuer Mensch. Ich kann fast wieder alles essen und habe keine Schmerzen mehr. Mittlerweile bin ich bei 139 Kilogramm, das Gewicht geht zwar langsam runter, aber stetig. Dankbar bin ich, dass meine Frau mit mir wieder ein normales Leben führen kann und sich nicht mehr alles um meine Ernährung dreht.»


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Es gibt Menschen, bei denen jede Diät versagt, die aus verschiedensten Gründen krankhaft übergewichtig, sogenannt adipös sind. In solchen Fällen ist der chirurgische Eingriff zusammen mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten oft das letzte Mittel. Mit hohen Erfolgsquoten.

Bis ein krankhaft übergewichtiger Mensch sich im Kantonsspital Olten einem chirurgischen Eingriff unterziehen kann, muss er oder sie einige Kriterien erfüllen. Er muss nebst einem Body-Mass-Index von mehr als 35 kg/m2 nachweisen, dass er mindestens zwei Jahre lang mit anderen Mitteln versuchte abzunehmen und er muss sich einverstanden erklären, nach dem Eingriff über fünf Jahre hinweg regelmässig zur Kontrolle zu kommen. Unterstützend soll sich der Patient an Ernährungspläne halten und an Programmen beteiligen, die ihm helfen, das Gewicht, das er verlieren wird, zu halten.

Seit über 40 Jahren werden mittlerweile sogenannte bariatrische Eingriffe vorgenommen, welche das Ziel haben, Magen und Darmtrakt so zu gestalten, dass weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Anfangs der 2000er-Jahre wurde vor allem das Magenband eingesetzt. «Heute ist mit rund 80 Prozent der häufigste bariatrische Eingriff, den wir am Kantonsspital Olten durchführen, der Magenbypass, also die Umgehung des Magens. Bei rund 20 Prozent der Patienten führen wir einen sogenannten Schlauchmageneingriff durch, bei dem der Magen verkleinert wird», so Dr. med. Urs Pfefferkorn, Leitender Arzt Bariatrische Chirurgie am Kantonsspital Olten. Welche Methode zur Anwendung kommt, hängt unter anderem von der Vorgeschichte und den körperlichen Voraussetzungen des Patienten ab.

Der Entscheid für einen operativen Eingriff wird immer im Team und immer zusammen mit der Patientin oder dem Patienten gefällt. «Wir brauchen die Zusicherung des Patienten», so Urs Pfefferkorn, «dass er mitmacht bei der Vorbereitung wie auch bei den Nachkontrollen». Der Eingriff selbst erfolgt minimalinvasiv, durch die sogenannte Schlüssellochchirurgie. Trotzdem handelt es sich um eine grössere Operation und es gibt ein Risiko für Komplikationen, da an den inneren Organen operiert wird. Die Komplikationsrate ist jedoch sehr gering. «Wichtig ist, mit dem Patienten offen zu kommunizieren und ihm alle Möglichkeiten und Konsequenzen aufzuzeigen», fügt Urs Pfefferkorn an.

Die Erfolgsquoten geben der bariatrischen Chirurgie Recht: Die meisten der Operierten können anschliessend im Schnitt etwa 30 Prozent ihres Körpergewichts verlieren und auch dank den begleitenden Massnahmen das erreichte Gewicht halten. Nebst der Operation braucht dies Disziplin und die Bereitschaft für eine Veränderung der Lebensgewohnheiten. Der bariatrische Eingriff wird deshalb nie ein Eingriff werden, um schnell mal ein paar Kilos loszuwerden. Urs Pfefferkorn formuliert es so: «Was wir in der bariatrischen Chirurgie machen, hat rein gar nichts mit Schönheitsoperationen zu tun. Wir operieren Patienten, die oft bereits zahlreiche Folgeerkrankungen haben und durch ihre Adipositas stark eingeschränkt sind in ihrem Leben.»

Fakten

Übergewicht Schweiz
Männer 39,3 Prozent  –  davon 11,2 Prozent adipös
Frauen 22,6 Prozent  –  davon 9,4 Prozent adipös
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (2012)

Übergewicht Kinder
Grundstufe 11,1 Prozent  –  davon 2,7 Prozent adipös
Mittelstufe 16,5 Prozent  –  davon 3 Prozent adipös
Oberstufe 21,5 Prozent  –  davon 4,8 Prozent adipös
Alle Schulstufen 16,4 Prozent  –  davon 3,5 Prozent adipös
Quelle: Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz

Übergewichtige Stellungspflichtige
19 Prozent der Stellungspflichtigen in der Schweiz sind nach
WHO übergewichtig, davon 6 Prozent adipös. Der Kanton
Solothurn weist zusammen mit Basel-Stadt, Basel-Landschaft
und dem Kanton Uri die höchsten Raten aus.
Quelle: Universität Zürich


Normaler Magen

Ein bariatrischer Eingriff, also die Operation eines Magenbypasses oder Schlauchmagens, gilt als Eingriff der Hochspezialisierten Medizin und ist strengen Zulassungskriterien unterworfen. Das Kantonsspital Olten verfügt über diese Zulassung. Dazu braucht es nebst zahlreichen anderen Bedingungen auch ein Team aus Fachärzten, welches den Patienten vor und nach der Operation betreut:
  • Bariatrisch tätiger Chirurg
  • Facharzt für Allgemeine Innere Medizin / Endokrinologie
  • Psychiater
  • Ernährungsberater
  • Physio- oder Bewegungstherapeuten


Magenbypass

Direkt unterhalb der Einmündung der Speiseröhre in den Magen wird dieser abgetrennt und so eine kleine Magentasche gebildet, an die der Dünndarm verbunden wird. So wird die Nahrung am Magen vorbeigeleitet. Die aus dem Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse und Galle kommenden Verdauungssäfte werden weiter unten durch eine weitere Verbindung zwischen Darm und Darm wieder zugeleitet.

 

+ Häufig vorgenommener Eingriff, hohe Erfolgsquote, gute langfristige Resultate
+ Bessere Wirkung auf Begleiterkrankungen wie etwa Diabetes
– Grösserer Eingriff in die Physiologie des Menschen


Schlauchmagen

Der Magen wird von der Speiseröhre bis zum Ausgang auf einen Schlauch verkleinert, der Restmagen wird entfernt. Durch das geringere Magenvolumen führt dies zu einer raschen Sättigung. Die Operationstechnik ist weniger lange erprobt als diejenige des Magenbypasses, die kurzfristige Erfolgsquote bezüglich Gewichtsabnahme etwa gleich hoch.

 

+ Nährstoffe können besser aufgenommen werden, da der Darm nicht verändert wird.
– Kann zu einem Reflux führen (saures Aufstossen durch hochkommende Magensäfte)



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Leben mit der Versuchung

NORMAL BIS ÜBERGEWICHTIG

Leben mit der Versuchung

In manchen Phasen ihres Lebens hatte Anita Grolimund einen Body-Mass-Index von 38 – was als schwere Adipositas gilt. Heute ist die 35-Jährige normalgewichtig. Das Essen aber bleibt ein Dauerthema.

Es war eine äusserst liebenswürdige Geste, als uns die Mitarbeiterin des Spital-Restaurants zwei Erdbeertörtchen offerierte. «Sehr gerne» sagte ich, als ich mit meiner Interviewpartnerin absitzen wollte. «Nein danke» sagte meine Interviewpartnerin Anita Grolimund – aber nur halblaut. Ein Geschenk lehnt man schliesslich nicht ab. Und danach standen sie auf dem Tisch und wir begannen unser Gespräch.

Anita Grolimund macht nicht den Eindruck einer Frau, die mit ihrem Selbstbewusstsein hadert. Eine offene, freundliche Person, die bereit ist, über ihren Kampf mit dem Gewicht zu erzählen. Mutig also dazu.

Leben mit der Versuchung In manchen Phasen ihres Lebens hatte Anita Grolimund einen Body-Mass-Index von 38 – was als schwere Adipositas gilt. Heute ist die 35-Jährige normalgewichtig. Das Essen aber bleibt ein Dauerthema. Der Kampf mit dem eigenen Gewicht fing bei Anita Grolimund etwa in der fünften Klasse an. Ganz genau mag sie sich nicht mehr erinnern. Sie sei eher eine schwache Schülerin gewesen, sagt sie, die Geschwister hätten gute Noten nach Hause gebracht, sie nicht. Leistungsdruck. Nicht nur von aussen, sondern vor allem der eigene. Sie hat Ziele.

«Vor sieben Jahren wog ich 108 Kilogramm und hatte schon einige Diäten hinter mir. Es ging nicht mehr so weiter. Zusammen mit meiner Schwester, die auch mit dem Gewicht kämpfte, besuchte ich eine Informationsveranstaltung von WeightWatchers. Wir waren begeistert von der Leiterin des Programms, menschlich wie fachlich. Das Programm funktioniert ganz einfach mit Punkten und vor allem auch mit regelmässiger Beratung. Nach drei Jahren hatte ich 30 Kilogramm Gewicht verloren. Ein Riesenerfolg! Ich fühlte mich gut. Dann wurde meine Schwester schwanger und hörte mit dem Programm auf, ich auch. Innert einem Jahr war ich wieder über 100 Kilo.»

Anita Grolimund wurde unzufrieden. Ihre Mutter schickte sie ins Stoffwechselzentrum des Kantonsspitals Olten, sie wollte wissen, ob eine Schilddrüsenfunktionsstörung vorliege. Die Resultate waren negativ, alles war in Ordnung. Im Spital wurde die Frage nach einem chirurgischen Eingriff diskutiert. Einiges sprach dafür, mehr dagegen. Der Chirurg riet ihr von der Operation ab. Gleichzeitig hatte Anita Grolimund depressive Schübe, war in Behandlung, erhielt Antidepressiva, die sie nun wieder absetzt. Studien gehen davon aus, dass rund 70 Prozent der adipösen Patienten unter Depressionen leiden. Man weiss auch, dass Psychopharmaka als Nebenwirkung das Gewicht negativ beeinflussen können.

«Im Stoffwechselzentrum kam ich zu Dr. Rudofsky in die Behandlung. Ohne ihn hätte ich es nie geschafft, wieder abzunehmen. Er berät mich, er gibt mir einen Tritt in den Hintern, wenn ich es nötig habe, er motiviert mich und nimmt Anteil. Diese Begleitung ist enorm wichtig für mich.»

Vor rund drei Jahren erarbeiteten Fachpersonen des Stoffwechselzentrums mit Anita Grolimund eine Ernährungsumstellung, die sie mit Erfolg umsetzt. Sie wiegt heute 80 Kilo, was ein gutes Gewicht ist. Anita Grolimund ist aber eine Perfektionistin. Geht sie an Wettkämpfe der Highland-Games, will sie gewinnen. Bei der Arbeit in der Buchhaltungsabteilung einer Immobilienverwaltung achtet sie sehr darauf, keine Fehler zu machen. Und wenn sie Gewicht verliert, will sie es halten können. Trotz des grossen Erfolgs, wieder dreissig Kilogramm leichter zu sein, hat sie zurzeit wieder grosse Zweifel, da sie in den vergangenen Wochen drei Kilogramm zugenommen hat.

«Ich bin zurzeit sehr zufrieden mit meinem Leben. Ich bin frisch verliebt, die Arbeit macht mir Freude und ich habe mit der schottischen Sportart Highland-Games endlich einen Sport gefunden, der mir Spass macht. Ausdauersport hatte ich einige Male versucht, das ist leider nichts für mich. Bogenschiessen, was ich schon lange mache, ist ja nicht wirklich ein Sport. Aber bei den Highland-Games, kann ich meine Kraft einsetzen. Die Disziplinen Baumstammwerfen oder Steinstossen liegen mir, da bin ich voll dabei.»

Die Erdbeertörtchen aber, die stellte ich während des Gesprächs weg. Denn die Verlockung ist immer da.

Mit schottischen Highland-Games hat Anita Grolimund endlich eine Sportart gefunden, die ihr Spass macht.


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Stoffwechselzentrum – ganzheitliches Vorgehen

Stoffwechsel

Stoffwechselzentrum – ganzheitliches Vorgehen

Stoffwechselerkrankungen werden an allen Standorten der Solothurner Spitäler behandelt. Am Kantonsspital Olten aber entschied man sich vor knapp zwei Jahren zur Gründung eines Stoffwechselzentrums und holte damit alle Fachpersonen unter ein Dach. Warum?

Es ist nicht nur im Kanton Solothurn feststellbar, dass Übergewicht und Adipositas (die krankhafte Form von Übergewicht), sich zu einer Volkskrankheit entwickeln. Rund 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind übergewichtig, 10 Prozent davon adipös. Besonders hellhörig macht die hohe Anzahl von Kindern und Jugendlichen, bei denen 19 Prozent bereits als übergewichtig gelten. Damit nimmt auch die Zahl der Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arthrose oder Schlafapnoe-Syndrom zu.
«Wir spüren eine deutliche Zunahme von Diabetes Typ 2 und Adipositas. Nicht zuletzt sind gerade diese beiden Erkrankungen auf unsere Wohlstandsgesellschaft zurückzuführen, in der wir uns immer weniger bewegen», sagt Professor Dr. med. Gottfried Rudofsky, Chefarzt des Stoffwechselzentrums am Kantonsspital Olten. Und präzisiert, dass aber im internationalen Vergleich die Schweiz glücklicherweise noch zu den «schlänksten Ländern» gehöre. Der Trend zu mehr Gewicht sei aber auch hier deutlich zu spüren.

Ein Spital ist grundsätzlich immer ein Ort, wo sich verschiedene medizinische Disziplinen vernetzen, wo berufsübergreifend gearbeitet wird. In einem Stoffwechselzentrum wird diese Arbeit dann aber zur engen Teamarbeit. «Als Chefarzt», so Stoffwechselzentrum – ganzheitliches Vorgehen Rudofsky, «bin ich niemals alleine verantwortlich für einen Behandlungserfolg. Jeder Aufgabenbereich in unserem Zentrum ist wichtig. Das beginnt bei der Reinigungsfachfrau, die uns die Durchführung der Arbeit erst ermöglicht, und geht über die paramedizinischen Bereiche wie die der Ernährungs- und Diabetesberatung, bis zu uns Ärzten unterschiedlicher Disziplinen, die wiederum ohne die medizinischen Praxisangestellten aufgeschmissen wären.» Dieses Teamwork ergibt eine ganzheitliche Sicht auf den Patienten, erhöht die Patientensicherheit und gewährleistet den laufenden Austausch zwischen den behandelnden Fachspezialisten. Und nicht zuletzt: Patienten werden so rundum betreut.

Gottfried Rudofsky, sind Ihre Fälle weniger gravierend als etwa die der Herzmedizin? Mit Diabetes zum Beispiel kann man ja weiterleben.

Es macht keinen Sinn, Krankheiten gegeneinander ausspielen zu wollen. Gerade aber Diabetes ist im Vergleich zu vielen anderen Erkrankungen eine Krankheit, der man sich bis zu 100-mal am Tag widmen muss. Beim Aufstehen, während des Tages, vor der Mahlzeit, nach der Mahlzeit und sogar in der Nacht. Das dauernde Planen, wie viel und was man essen darf und was nicht, kann mit­unter auch zu Essstörungen führen. Diabetes ist zwar keine unmittelbar tödliche Erkrankung, durch die möglichen Komplikationen kann mittelfristig aber das Leben der Betroffenen bedroht sein. Damit muss man einen Umgang finden.

Gibt es Fälle, die Sie belasten?

Wenn man etwa junge Patienten hat mit Diabetes Typ 1, die sich einfach nicht richtig um ihre Diabetes kümmern wollen. Das ist nicht einfach mitanzusehen. Was kann man da tun? Ich bin kein Arzt, der Moralpredigten hält oder schimpft. Ich versuche immer mit dem Patienten zusammen eine Methode zu finden, die ihm gerecht wird und die er oder sie auch umsetzen kann.

Was sind Ihre Erfolgserlebnisse?

Wenn meine Patientin oder mein Patient sein Ziel erreicht, welches wir uns gemeinsam vorgenommen haben. Sehr wertvoll für mich ist auch, wenn ich durch die vielleicht langjährige Behandlung eine Beziehung zum Patienten aufbauen und ihn so ein Stück weit auf seinem Weg begleiten kann. Denn gerade bei Stoffwechselerkrankungen spielt es eine grosse Rolle, dass man den Patienten gut kennt und sein Umfeld in die Behandlung einbeziehen kann.


Prof. Dr. med. Gottfried Rudofsky

Als Chefarzt für Endokrinologie und metabolische Erkrankungen des neu gegründeten Stoffwechselzentrums am Kantonsspital Olten, ist er ein Spezialist für hormonelle Erkrankungen. Eine Behandlung im Stoffwechselzentrum erfolgt immer interdisziplinär – das heisst, mehrere Fachpersonen tauschen sich aus und legen gemeinsam Behandlungsschritte fest.



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Die häufigsten Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechsel

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Diabetes Typ 1

Beim Diabetes mellitus Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Sie entsteht, wenn die Zellen der Bauchspeicheldrüse, welche Insulin herstellen, vom Immunsystem des eigenen Körpers zerstört werden. Insulin aber braucht der Körper, um den Blutzucker regulieren zu können, auch wenn gar keine Kohlenhydrate gegessen werden. Diabetes mellitus Typ 1 kann Personen jedes Lebensalters treffen, Heilungsmöglichkeiten gibt es aktuell nicht. Die Behandlung von Diabetes Typ 1 besteht darin, das fehlende Insulin künstlich zu ersetzen. Die erforderliche Dosis muss mehrmals täglich  ausgerechnet werden und richtet sich nach der Menge an Kohlenhydraten, die man zu sich nimmt, dem aktuellen Blutzucker und der körperlichen Aktivität.

Diabetes Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 wurde lange als Altersdiabetes bezeichnet. Inzwischen weiss man, dass auch übergewichtige Kinder schon früh an dieser Stoffwechselstörung erkranken können. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, jedoch zu wenig. Der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden. Die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2 wird durch Erbfaktoren, Bewegungsmangel und Übergewicht begünstigt. Meist tritt dieser Diabetes-Typ erst ab einem Lebensalter von 40 Jahren auf. Die Behandlung besteht in einer ausgewogenen Ernährung, unterstützt durch regelmässige körperliche Aktivität. Erst wenn sich die erhöhten Blutzuckerwerte durch diese Massnahmen nicht senken lassen, werden Tabletten eingesetzt oder auch Insulin künstlich hinzugefügt.

Schwangerschaftsdiabetes

Bei 10 bis 15 Prozent aller schwangeren Frauen tritt ein Schwangerschaftsdiabetes auf. Diese Diabetes­form ist die häufigste Ursache von Geburtskomplikationen in der Schweiz. Hormonveränderungen während der Schwangerschaft führen zu einem erhöhten Insulinbedarf der werdenden Mutter. Reicht die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse nicht aus, kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckers, der auch zum Fötus gelangt. Der Fötus reagiert mit einer gesteigerten Insulinproduktion und wird durch die überhöhten Insulinwerte zu einem vermehrten Fettaufbau und Wachstum angeregt, was zu übergrossen Babys führt. Geburtskomplikationen treten daher bei einer Schwangerschaftsdiabetes gehäuft auf. Schwangerschaftsdiabetes kann durch eine Ernährungsumstellung in 85 Prozent der Fälle sehr gut behandelt werden und verschwindet kurz nach dem Ausstossen der Plazenta. 25 bis 50 Prozent aller Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes entwickeln jedoch innerhalb von 5 bis 10 Jahren Diabetes mellitus Typ 2. Dieser wäre jedoch durch eine Anpassung des Lebensstils vermeidbar.

Korrigendum: In unserer Printausgabe Stoffwechsel hat sich leider auf Seite 7 im Artikel «Die häufigsten Stoffwechselerkrankungen» im Abschnitt «Schwangerschaftsdiabetes» ein Druckfehler eingeschlichen. Richtig muss es heissen: «Schwangerschaftsdiabetes kann durch eine Ernährungsumstellung in 85 Prozent der Fälle sehr gut behandelt werden und verschwindet kurz nach dem Ausstossen der Plazenta».

40 bis 59 Jahre alt sind die meisten Menschen mit Diabetes.

Schilddrüsenunterfunktion

Ohne Schilddrüse geht im Körper gar nichts. Die kleine Drüse im Bereich des Kehlkopfs steuert mit Hormonen den Stoffwechsel und die Funktion aller Organe. Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse jedoch zu geringe Hormonmengen und alle Prozesse des Stoffwechsels verlangsamen sich. Die Symptome sind fehlender Antrieb, depressive Verstimmungen, niedriger Blutdruck, Müdigkeit, Frieren, Gelenk- oder Muskelschmerzen. Das Risiko für Übergewicht steigt. Behandelt werden kann eine Unterfunktion mit Medikamenten, in dem das fehlende Hormon ersetzt wird. Dazu ist auch eine regelmässige Kontrolle des Hormon-Blutspiegels notwendig.

Schilddrüsenüberfunktion

Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion werden oft als immerzu nervös beschrieben, da durch die Überproduktion von Hormonen die Stoffwechselvorgänge viel schneller ablaufen. Dies kann zu emotionalen Schwankungen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Herzrasen, Gewichtsverlust und anderen Symptomen führen. Eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion führt längerfristig zu Organschäden. Die Überfunktion der Schilddrüse kann mit Medikamenten, einem operativen Eingriff oder einer Radiojodtherapie relativ gut behandelt werden.

Die Hypothyreose, die Schilddrüsen- unterfunktion, zählt zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen.

5mal mehr Frauen als Männer sind von der Hyperthyreose,
von der Schilddrüsenüberfunktion betroffen.


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