SCHMERZEN

Au weh!

Schmerzen sind zwar unangenehm, aber für den Erhalt des Lebens sehr praktisch. Denn sie teilen dem Körper mit, dass es ein Problem gibt. Die Stärke der Schmerzen helfen dem Körper zudem einzuschätzen, wie ernst das Problem ist.

Medizinisch wird der Schmerz als ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis definiert, verknüpft mit einer Gewebeschädigung, die erfolgen könnte oder die bereits passierte. Der Schmerz hindert uns daran, den entsprechenden Körperteil zu bewegen. Oder er führt dazu, dass der entsprechende Körperteil sehr rasch von der Schmerzquelle entfernt wird. Der Schmerz hat also eine wichtige Warnfunktion. Fast überall im Körper befinden sich Nervenfasern, die durch Rezeptoren Reize wie Temperatur, Druck, Verletzung oder Dehnung wahrnehmen und ans Gehirn weiterleiten. Reaktionen, die rasch erfolgen müssen, wie etwa den Finger von der Flamme zurückziehen, werden aber direkt vom Rückenmark ausgelöst.

Apropos Rückenmark. Wenn der Chefarzt Innere Medizin des Spitals Dornach, Dr. med. Armin Droll, gefragt wird, mit welchen Schmerzen die meisten Notfallpatienten ins Spital kommen, dann ist seine Antwort klar: «Rückenschmerzen». Ein plötzlich auftretender Schmerz im Rücken, ein sogenannter Hexenschuss, kann so heftig sein, dass Patienten überzeugt sind, einen Bandscheibenvorfall zu haben. «Bei Rückenschmerzen ist es darum enorm wichtig, die Ursache sorgfältig abzuklären und nicht in jedem Fall gleich zu röntgen», so Armin Droll. Obwohl Patienten es nicht selten einforderten. «Wir achten aber auf klare Hinweise, sogenannte Red Flags, bevor spezifische Untersuchungen verordnet werden. Die meisten Rückenschmerzen verschwinden glücklicherweise von alleine wieder», so der Chefarzt.

Mit Rückenschmerzen auf dem Notfall

Im anderen Fall hatte ein 62-jähriger Patient aus dem Nichts auftretende, massive Rückenschmerzen, die ihn zu einem Aufsuchen der Notfallstation bewogen. Er hatte in den letzten drei Monaten zehn Kilogramm Kör­pergewicht verloren, ausserdem waren seine Laborwerte auffällig und er hatte Klopfschmerzen auf dem 12. Brustwirbel. Eine Computertomographie zeigte einen Nierentumor mit Ablegern in der Wirbelsäule, die einen Bruch des Wirbels auslösten. Der Patient wurde sofort in die Wirbelsäulenchirurgie des Kantonsspitals Olten verlegt, wo anderntags eine Operation erfolgte und der Wirbel stabilisiert werden konnte. Danach wurde die Krebsbehandlung in Angriff genommen.

 

Eine 40-jährige Patientin kam mit plötzlich auftretenden heftigen Rückenschmerzen auf die Notfallstation des Spitals Dornach. Sie war wegen der Rückenschmerzen bereits vor einigen Wochen beim Hausarzt gewesen, der ihr Medikamente gab und Physiotherapie verordnete. Da die Patientin nun aber neu auch Kribbelgefühle in den Beinen spürte, wurde eine Bildgebung mittels Ma­gnetresonanztomographie verordnet. Es zeigte sich, dass aufgrund eines Bandscheibenvorfalls ein Nerv im Rückenmark eingeklemmt war. Dank des Eingriffs des Anästhesisten konnte durch Kortison, das direkt am Nerv selbst gespritzt wurde, der Nerv entspannt werden und die Patientin war nach einigen Tagen Physiotherapie bereits wieder arbeitsfähig.

Was ist ein Hexenschuss?

In der Fachsprache wird ein Hexenschuss als Lumbago bezeichnet. Darunter versteht man einen plötzlichen, sehr heftig auftretenden Schmerz, oft im unteren Rückenbereich. Wegen der heftigen Schmerzen hat der Patient das Gefühl, einen Bandscheibenvorfall zu haben. Meistens handelt es sich jedoch um eine Blockierung eines Gelenks im Bereich der Lendenwirbelsäule oder um eine Muskel-Verspannung.

«Die meisten Patientinnen und Patienten kommen wegen Rückenschmerzen in den Notfall des Spitals Dornach», so Dr. med. Armin Droll, Chefarzt Innere Medizin.


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