Die Sicht der Hausärztin

Vernetzte Zusammenarbeit – Die Sicht der Hausärztin

Miteinander reden ist der Schlüssel

Im Kanton Solothurn leisten die Hausärztinnen und Hausärzte Notfalldienste im Spital – in der sogenannten vorgelagerten Notfallstation.

In der Regel werden wir von den Solothurner Spitälern rasch informiert, wenn eine Patientin oder ein Patient von unserer Gemeinschaftspraxis ins Spital eintritt. Das ist deshalb wichtig, weil wir manchmal Medikamentenverordnungen nachliefern, über Unverträglichkeiten informieren oder den Bericht eines Spezialisten ausserhalb des Spitals organisieren können. Wir kennen unsere Klienten und ihre Krankheitsgeschichten ja meistens schon seit Jahren und sind sozusagen ihre Patientenmanager.

Ich glaube, man darf sagen, dass die Kommunikation zwischen uns Grundversorgerinnen, Spital, Spitex, Alters- und Pflegeheimen sowie Rehakliniken gut funktioniert. Klar gibt es immer wieder Einzelfälle, wo wir nichts über einen Spitaleintritt erfahren, lange auf den Austrittsbericht warten oder der Patient zur Nachkontrolle ins Spital muss, ohne dass wir informiert werden. Aber wir haben zum Beispiel einen runden Tisch zwischen Spital und Hausärzten, an dem beide Seiten ihre Anliegen einbringen können. So kann man sich verbessern.

Im Kanton Solothurn leisten die Hausärztinnen und Hausärzte Notfalldienste im Spital – in der sogenannten vorgelagerten Notfallstation. Dort behandeln wir die leichteren medizinischen Notfälle. Das schafft einen guten Draht zu den Mitarbeitenden des Spitals. Informationsaustausch funktioniert nun einmal am besten über direkte Kontakte.

In Zukunft können wir wohl nur zusammen versuchen, die Überlastung des Gesundheitswesens und den Mangel an Fachpersonal mit kooperativen Modellen zu lösen, denkbar wäre zum Beispiel eine gemeinsam betriebene Walk-in-Praxis. Das Netzwerk Spital, Grundversorgung, Spitex, Heime muss funktionieren – auch dazu braucht es eine effiziente und gute Kommunikation.


Über Dr. med. Cornelia Meier

Mein Wunsch für eine gute Übergabe: «Rasche Informationen und Kommunikation auf Augenhöhe sowie regelmässige Foren für einen Austausch und gegenseitiges Kennenlernen.»

Dr. med. Cornelia Meier ist Hausärztin, Co-Präsidentin der Gesellschaft Ärztinnen und Ärzte Kanton Solothurn (GAeSO) und Mitinhaberin der Gemeinschaftspraxis am Kreisel in Zuchwil. Sie engagiert sich stark für eine engere Zusammenarbeit zwischen Spital und Hausärztinnen und -ärzten.


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Im Kanton Solothurn leisten die Hausärztinnen und Hausärzte Notfalldienste im Spital – in der sogenannten vorgelagerten Notfallstation.

7 Fragen an Dr. med. Mussa Hamad

In der Psychiatrie gibt es beim Austritt oft Unsicherheiten. Wie schaffe ich es, im Alltag wieder Fuss zu fassen? Was tun, bei einer erneuten Krise? Wichtig sei darum, schon beim Eintritt das Austrittsziel festzulegen, so Dr. med. Mussa Hamad.

Spitalaustritt bringt Änderungen mit

Es ist ein sehr verständlicher Wunsch, dass Patientinnen und Patienten nach einem Spitalaufenthalt am liebsten wieder nach Hause möchten. Leider ist das nicht immer der Fall.


Vom Spital bis zur Spitex

Vernetzte Zusammenarbeit – Spitex

Wir nehmen jede Anmeldung an

Die beste Versorgung im Spital nützt wenig, wenn die notwendige  Nachsorge nach dem Spitalaustritt schlecht oder gar nicht organisiert wurde. Fünf Sichtweisen, wie eine gute Übergabe geplant sein soll.

«In den letzten 10 Jahren hat sich das Betätigungsfeld der spitalexternen Pflege enorm gewandelt und professionalisiert. Die Spitex Gäu mit ihren rund 100 Mitarbeitenden bietet heute das gesamte Versorgungsspektrum an – Grundversorgung Pflege, Palliative Care, Psychiatrie Spitex, Wundsprechstunde, 24-h-Notruf und einiges mehr. Und selbstverständlich pflegen wir auch abends bis 23 Uhr und haben einen Pikettdienst über Nacht. Leider haben wir an manchen Orten immer noch den Ruf, wir seien nur für Haushaltsarbeiten oder Stützstrümpfe zuständig.

Die Anforderungen an das Personal sind gestiegen. Durch den Trend ambulant vor stationär haben wir komplexere Fälle – sei es bei der Wundpflege, Schmerzmanagement oder in der psychiatrischen Betreuung. Auch das Durchschnittsalter unserer Klienten sinkt: Heute sind 35 % unserer Kundinnen und Kunden unter 65 Jahre. Oft sind unsere Klienten erstaunt, was wir alles leisten können. Und manchmal sogar die Ärztinnen und Ärzte.

Wichtig für uns sind frühzeitige Anmeldungen. Wir erleben es leider immer wieder, dass wir etwa am Freitagnachmittag eine Anmeldung für eine Pflegesituation am nächsten Tag erhalten. Bei komplexen Fällen wäre es für uns zudem sehr wichtig, an ein Round-Table-Gespräch ins Spital eingeladen zu werden, damit wir eine Betreuungs- und Pflegeplanung vornehmen können, zusammen mit den Patienten und Angehörigen.

Als öffentliche Spitex haben wir einen Leistungsauftrag. Das heisst, wir nehmen jeden Fall an. Die Spitex füllt auch kleine Versorgungslücken. Seit kurzer Zeit haben wir auch einen Spitex-Treff bei uns im Stützpunkt in Oensingen, welcher gut besucht wird. Es kommen oft alleinstehende Personen, trinken einen Kaffee, halten einen Schwatz oder jassen. Manche blühen dabei regelrecht auf.»


Aufgaben der Spitex
Spitex ist die Abkürzung für spitalexterne Hilfe und Pflege. Sie ermöglicht Menschen das Leben zu Hause, die Hilfe, Pflege und Betreuung benötigen. Das Spektrum reicht von komplexer Behandlungspflege wie etwa Wundversorgungen, Injektionen, Medikamenteneinnahme über die Grundpflege, psychiatrische Pflege, die Pflege von schwer kranken oder sterbenden Menschen bis hin zu hauswirtschaftlichen Leistungen. Im Kanton Solothurn decken 22 öffentliche Spitex-Organisationen die Versorgung im gesamten Kantonsgebiet ab. Mehr Informationen: www.spitexso.ch



Über Doris Neukomm

Mein Wunsch für eine gute Übergabe: «Frühzeitige Meldung und Einbezug in die Nachsorgeplanung, wenn es um komplexe Betreuungssituationen geht.»

Doris Neukomm ist Geschäftsleiterin der Spitex Gäu. Die Spitex Gäu leistet die spitalexterne Grundversorgung in den Gemeinden Oensingen, Niederbuchsiten, Oberbuchsiten, Egerkingen, Neuendorf und Härkingen.


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Pflege: Bei uns laufen Informationen zusammen

Die Planung des Austritts fängt bei uns bereits beim Eintritt an. Natürlich ist es ein grosser Unterschied, ob es sich um eine betagte Person handelt, die mit einer Lungenentzündung notfallmässig eingeliefert wird, oder um einen geplanten orthopädischen Eingriff eines jungen Menschen.

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Direkt nach Hause

Notfallstation

Direkt nach Hause

Immer mehr Patientinnen und Patienten gehen direkt in die Notfallstationen der Spitäler statt zur Hausärztin oder zum Hausarzt. Rund drei Viertel der Fälle können entsprechend ambulant behandelt werden.

Eines ist für den Notfallmediziner des Spitals Dornach, Dr. med. Tobias Hoffmann, klar: «Der oberste Auftrag einer Notfallstation ist es, lebensbedrohliche Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln.» Der Alltag sieht oft anders aus. Notfallstationen werden immer mehr von Patientinnen und Patienten aufgesucht, die ambulant behandelt werden können. Einer der Hauptgründe ist der Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten. Tobias Hoffmann spricht aber bewusst nicht von Bagatellfällen. Er nennt sie die «leichten medizinischen Fälle» und ergänzt: «Jede Patientin, jeder Patient muss dieselbe Qualität der medizinischen Betreuung erhalten.»

Alle Aspekte berücksichtigen
Weniger als ein Viertel der Patientinnen und Patienten, die eine Notfallstation aufsuchen, wird stationär aufgenommen. Ausschlaggebend für eine stationäre Aufnahme sind grundsätzlich immer medizinische Kriterien. Zunehmend kommen auch soziale Kriterien hinzu. Zum Beispiel dann, wenn bei einem betagten Patienten die sichere Versorgung zu Hause nicht gewährleistet ist, weil etwa keine Angehörigen da sind. «Hier müssen wir alle Aspekte rund um die Patientensicherheit berücksichtigen» so der Notfallmediziner.

Wann ist der Notfall nötig?
«Die Erwartung, ein Problem zu jeder gewünschten Tages- und Nachtzeit sofort gelöst zu bekommen, spüren wir auf den Notfallstationen deutlich.» Deshalb sei es wichtig, dass Patientinnen und Patienten triagiert werden. Das heisst, gleich nach dem Eintritt wird in einer ersten Untersuchung festgestellt, ob ein lebensbedrohliches medizinisches Problem vorliegt oder ob mit der Behandlung und Abklärung, gerade bei hohem Patientenaufkommen, auch etwas zugewartet werden kann.  «Wichtig ist, dass wir in jedem Fall aufzeigen können, wie es weitergeht und die Ängste und Sorgen ernst nehmen», so der Notfallmediziner. Im Falle von wenig bedrohlichen Symptomen ist das unter Umständen die Planung und Organisation einer spezialisierten Sprechstunde im Spital Dornach, im Falle einer Lungenembolie die sofortige Behandlung im Spital.


Gewusst?

Ambulante Notfallstationen
Am Kantonsspital Olten und Bürgerspital Solothurn gibt es die sogenannten ambulanten Notfallstationen, die gemeinsam mit den Hausärztinnen und Hausärzten der Region betrieben werden. Hier werden leichte medizinischen Fälle behandelt, die keine stationäre Aufnahme benötigen und somit auch die interdisziplinäre Notfallstation nicht beanspruchen.

Triage und Wartezeiten
Die Notfallstationen in Dornach, Olten und Solothurn arbeiten mit dem anerkannten Triage-System ESI. Nach der Anmeldung beurteilt eine erfahrene Pflegefachperson die Dringlichkeit nach einem fünfstufigen System zwischen den Kategorien 1 bis 5. Bei der Einstufung 1 sind lebensrettende Sofortmassnahmen angezeigt, bei einer Einstufung der Kategorie 5 kann der Patient ambulant behandelt werden. Wer also mit einem leichten medizinischen Leiden den Notfall aufsucht, muss unter Umständen etwas länger warten, da zuerst immer die dringenden Fälle behandelt werden. Mehr dazu in unserem Blog. 

Medizinische Beratung am Telefon
Zahlreiche Krankenkassen bieten mittlerweile eine medizinische Telefonhotline für Notfälle oder andere medizinische Fragen an. Dort werden Sie von medizinischem Fachpersonal beraten. Wenn Sie nicht sicher sind, ob das Aufsuchen einer Notfallstation angezeigt ist, lohnt es sich, vorher eine telefonische Beratung zu konsultieren.


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Patientenporträt Claudia Ruther

Patientinnen der Solothurner Spitäler

«Irgendwie überraschte mich
die Diagnose nicht»

Claudia Ruther, 52, hatte Glück im Unglück, da ihr Brustkrebs keine Metastasen bildete. Heute ist sie krebsfrei und denkt sogar gerne an die Zeit im Onkologiezentrum zurück.

Es ging alles sehr schnell. Arztbesuch am Freitag, Mammografie mit Biopsie am Montag, gleichentags die Diagnose: Brustkrebs. Zwei Tage später begann bereits die Chemotherapie. Das war im Juli 2020. Der Lockdown war noch nicht lange her. Auslöser waren Schmerzen in der Brust und eine Rötung. «Irgendwie überraschte mich die Diagnose nicht», erinnert sich Claudia Ruther.

Es folgten 20 Chemotherapien im Onkologiezentrum des Bürgerspitals Solothurn. Das Ziel: Den Tumor eingrenzen und verkleinern, bevor er operativ entfernt wird. «Es hört sich seltsam an, aber ich ging sehr gerne dorthin.» Der Weg von Grenchen nach Solothurn einmal die Woche war für sie ein Lichtblick. Während der Pandemie endlich wieder unter Menschen sein. «Im Onkologiezentrum traf ich in familiärer Atmosphäre auf Gleichgesinnte.»

Nach der Chemotherapie folgte im Januar 2021 die Operation mit anschliessender Strahlentherapie. Der Brustkrebs hatte glücklicherweise keine Ableger gebildet, eine Brust musste jedoch entfernt werden. «Mir war von Beginn weg klar, dass ich einen Wiederaufbau der Brust machen wollte», sagt Claudia Ruther. «Heute kann ich ohne Einschränkungen wieder einen Bikini anziehen, der Weg dorthin war aber lang und nicht einfach.»

Claudia Ruther möchte mit ihrer Geschichte anderen Frauen Mut machen. «Es ist ein langer Weg», meint sie, «und man sieht kein Ende». Deshalb sei es wichtig, immer nur von A nach B zu gehen und sich nicht schon das Endziel vorzustellen. «Es ist erstaunlich, wie man plötzlich an kleinen Dingen Freude bekommt.» Die Unterstützung ihres Mannes, das Rausgehen mit den Hunden und manchmal sogar makabre Witze – «all das hat geholfen».

Und was würde sie anderen Frauen sonst noch raten? «Lasst euch Zeit mit der Perücke», meint sie schmunzelnd und zeigt ein Foto, als sie die Perücke, die sie selbst kaum je trug, ihrem Schäferhund auf den Kopf gelegt hatte.


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Pflege: Bei uns laufen Informationen zusammen

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7 Fragen an Dr. med. Mussa Hamad

7 Fragen an den Psychiater

«Ein stationärer Aufenthalt
wirkt wie ein Gips»

In der Psychiatrie gibt es beim Austritt oft Unsicherheiten. Wie schaffe ich es, im Alltag wieder Fuss zu fassen? Was tun, bei einer erneuten Krise? Wichtig sei darum, schon beim Eintritt das Austrittsziel festzulegen, so Dr. med. Mussa Hamad.

Mussa Hamad, wie wird in der Psychiatrie der Zeitpunkt bestimmt, wann eine Patientin, ein Patient wieder nach Hause darf?
Das hängt von den Umständen ab, weshalb und wie jemand zu uns gekommen ist. Zu Beginn des Aufenthaltes definieren wir immer mit der Patientin oder dem Patienten zusammen das Ziel. Ausgehend von diesem Ziel erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan, der den Weg aufzeigt, was erreicht werden muss, damit jemand für den Austritt nach Hause bereit ist.

Können Sie Beispiele schildern?
Auf der Gerontostation, wo wir betagte Menschen mit psychischen Krankheitsbildern behandeln, ist es wichtig, dass wir zusammen mit den Patientinnen und Patienten sogenannte Psychoedukation betreiben. Wir schulen die Betroffenen zusammen mit ihren Angehörigen darin, wie sie mit der Krankheit umgehen können. Dabei steht auch eine gute Zusammenarbeit mit den Alters- und Pflegeheimen im Mittelpunkt der Behandlung, um sicherzustellen, dass die Patientin oder der Patient in das richtige Setting entlassen wird.

Auf der Abhängigkeitsstation zum Beispiel werden Patientinnen und Patienten mit dem Ziel der Entzugsbehandlung behandelt. Das heisst, wir begleiten sie dabei, auf ihr Suchtmittel wie Alkohol und/oder Medikamente oder andere Substanzen zu verzichten. Manche werden daher nach dem Austritt bei uns zur anschliessenden Entwöhnungstherapie angemeldet, wenn es darum geht, den Suchtursachen auf den Grund zu gehen und langfristig abstinent zu bleiben. Und einige möchten eine weitere Behandlung für andere Begleiterkrankungen. Oder auf der Kriseninterventionsstation, als drittes Beispiel, wird für den Austritt jeweils ein Krisenplan erstellt. So erhält die Patientin oder der Patient die notwendigen Kompetenzen, um nach dem Austritt seine nächste Krise bewältigen oder ihr begegnen zu können. Der Zeitpunkt des Austritts ist also immer sehr individuell – aber nie unvorbereitet.

Wie erleben Patientinnen und Patienten die Rückkehr nach Hause. Freuen sie sich jeweils oder sehen sie dem Austritt eher mit Sorge entgegen?
Das ist sehr unterschiedlich. Ich würde sagen, dass sich die Mehrheit der Patientinnen und Patienten Sorgen macht, sobald es um den Austritt geht. Deshalb ist eine gute Austrittsplanung der Schlüssel zu einer effektiven Behandlung. Hier in der Klinik sind sie umgeben von einem unterstützenden interdisziplinären Team bestehend aus Ärztinnen, Psychologen, Pflegepersonal, Sozialarbeiterinnen und Spezialtherapeuten. Der stationäre Aufenthalt wirkt für die Patienten also wie ein Gips. Die grösste Herausforderung besteht darin, dem Patienten genügend Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit er in der Lage ist, Stresssituationen zu Hause ohne diesen Gips zu bewältigen.

Gibt es auch den begleiteten Austritt?
Wir führen auf einigen Stationen kurz vor dem Austritt sogenannte Probetage durch, bei denen die Patienten für einen Tag nach Hause gehen oder über Nacht beurlaubt werden. Wir sprechen anschliessend mit ihnen darüber, was gut gegangen ist und ob es noch weitere Bedürfnisse gibt, die vor dem Austritt erfüllt werden sollten. Dadurch können sie sich Schritt für Schritt auf die Zeit zu Hause vorbereiten.

Was muss bei einem Austritt alles organisiert werden?
Gegen Ende des Aufenthaltes nimmt der Fallführer Kontakt mit der Hausärztin oder dem Hausarzt des Patienten auf, um über den stationären Verlauf, medikamentöse Veränderungen und somatische Auffälligkeiten zu informieren. Das Pflegepersonal orientiert je nachdem die Spitex, die Betreuungsinstitution für beeinträchtigte Menschen oder das Alters- und Pflegeheim. Auch die Sozialarbeitenden der Psychiatrischen Dienste nehmen nach Rücksprache mit den Betroffenen Kontakt mit den Angehörigen oder den Pflegeinstitutionen auf. Wir behandeln in der Regel Menschen mit komplexen psychiatrischen und körperlichen Erkrankungen, daher spielt eine effektive Kommunikation mit allen Beteiligten eine zentrale Rolle. Als Fallführer fügt der psychiatrische Assistenzarzt alle Teile des Puzzles zusammen. Diese Art der Austrittsplanung gewährleistet eine sanfte Landung des Patienten nach dem Aufenthalt bei uns.

Wie wichtig ist das Angebot der Psychiatrie-Spitex?
Die Psychiatrie-Spitex wird häufig in der Nachsorge eingesetzt. Sie ist besonders hilfreich bei der Unterstützung und Begleitung zur Bewältigung von Krisen und schwierigen Lebensphasen und gibt dem Behandlungsteam im Falle einer späteren Einweisung einen objektiven Einblick, wie der Patient in seinem häuslichen Umfeld funktioniert.

Was können Patientinnen und Patienten tun, wenn sie zu Hause plötzlich in eine Krise geraten?
In der Regel empfehlen wir, sich zunächst an ihre ambulante Psychiaterin, den Psychologen oder die Hausärztin zu wenden, welche die Krankengeschichte der Klientin oder des Klienten gut kennen und die Notwendigkeit einer Überweisung in eine Klinik beurteilen können. Sollten diese nicht erreichbar sein, empfiehlt es sich, direkt in der Klinik anzurufen, wo das Triage-Team die Notwendigkeit einer telefonischen Beratung oder einer stationären Aufnahme beurteilt.

Bei Notfällen mit akuter Selbstgefährdung wie zum Beispiel Suizidabsichten wird der Patient aufgefordert, die Klinik direkt anzurufen. Ist die Patientin oder der Patient bei einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung nicht bereit, freiwillig in die Klinik zu kommen, wird den Angehörigen empfohlen, die Polizei oder den Rettungsdienst zu rufen. Diese wiederum können einen Notfallpsychiater hinzuziehen, damit dieser beurteilt, ob eine Fürsorgerische Unterbringung angebracht ist. Das Ziel einer fürsorgerischen Unterbringung ist immer die rasche Wiedererlangung der Selbständigkeit und der eigenen Verantwortung.


Über Dr. med. Mussa Hamad

Dr. med. Mussa Hamad ist Psychiater an den Psychiatrischen Diensten der Solothurner Spitäler, Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Er wuchs in Israel auf, studierte Medizin in Ungarn, absolvierte Ausbildungsjahre in New York, Wien und Israel und arbeitet als Assistenzarzt in Solothurn.


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Einblick in einen Lift voller Menschen

soH in Zahlen

Einblick in einen Lift voller Menschen

Übersicht

Das Spital in Zahlen

Sprechen wir von Berufen im Spital, so denken wir oft als Erstes an Pflegeberufe und Ärztinnen und Ärzte. Danach kommen uns meistens noch therapeutische Berufe wie Physio- oder Ergotherapie in den Sinn. Damit ein Spital aber überhaupt funktionieren und all die vielfältigen Aufgaben erfüllen kann, braucht es noch viel mehr Kompetenzen. Insgesamt 125 verschiedene Berufe gibt es in den Solothurner Spitälern, verteilt auf rund 4200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit rund 35 Prozent arbeiten die meisten im Bereich Pflege, am zweitmeisten in den medizinischen Fachbereichen (28 Prozent), rund 16 Prozent in der Ärzteschaft, gefolgt von Services wie Hotellerie, Administration und Technik


Das sagt unser CEO

Martin Häusermann
CEO Solothurner Spitäler AG

Mein Alltag:

Frühmorgens starte ich an einem der soH-Standorte, um mich so gut wie möglich auf den jeweiligen Arbeitstag vorzubereiten. Jeder Tag ist inhaltlich komplett anders und hat andere Schwerpunkte und Herausforderungen. Besonders wichtig ist mir, dass ich täglich möglichst viele Kontakte zu Mitarbeitenden der soH aber auch zu Stakeholdern ausserhalb der soH haben kann, um Grundlagen und Meinungen zu anstehenden Entscheidungen möglichst fundiert und umsichtig evaluieren zu können.

Warum dieser Beruf?

Es ist die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Menschen und Charakteren in und um unsere soH, welche mich tief erfüllt. Das Erarbeiten von gemeinsamen Lösungen und sinnhaften Antworten auf wirklich grosse Herausforderungen im Gesundheitswesen Schweiz und jenem unseres Kantons betrachte ich als eine privilegierte Aufgabe, welche nebst Sachverstand, Offenheit, Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein auch Demut erfordert. Was gibt es Erfüllenderes!


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Gastronomie

Gastronomie soH

Kochen für Patient:innen und Mitarbeitende

Neben hochstehenden medizinischen Leistungen und kompetenter, individueller Pflege bieten wir Ihnen eine gesunde und schmackhafte Küche. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche und vor allem wohlschmeckende Verpflegung ist gerade während eines Spitalaufenthaltes besonders wichtig.  Selbstverständlich ist unsere Küche auch auf Diäten, Allergien und Intoleranzen spezialisiert.

Das professionelle Küchenteam bestehend aus 151 Mitarbeitenden und 19 Auszubildenden, kümmert sich täglich um Ihr Wohl und trägt so zu Ihrer Genesung bei.

Nebst unseren Patienten kochen wir auch für unsere Mitarbeitende.


Das sagt unser Leiter Küche

Vincenzo Sampogna
Leiter Küche, Kantonsspital Olten

Mein Alltag:

Nebst der administrativen Arbeit im Büro und der Warenbeschaffung bereite ich zusammen mit dem Team täglich Mahlzeiten zu, die frisch, saisonal, abwechslungsreich und appetitlich zubereitet werden – auch unter Berücksichtigung diätischer Vorgaben. Wir tragen dazu bei, dass die Gäste einen angenehmen Aufenthalt geniessen können und sich hoffentlich noch Jahre später an unsere Küche erinnern.

Warum dieser Beruf?

Ich liebe es, als Gastgeber täglich mit frischen Produkten zu arbeiten und dadurch etwas für das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten beizusteuern


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Mein Berufswunsch: Arzt

Die Zukunft

Mein Berufswunsch: Arzt

Was denken Sie, was die Kinder heute antworten, wenn man sie nach ihrem Traumberuf fragt? YouTube-Star? Profi-Gamer? Nein, ganz im Gegenteil. Obwohl es viele neue Berufe gibt, die durchaus auch für Kinder interessant sein könnten, sind die Antworten der Kleinen sehr klassisch. So träumen Kinder immer noch davon, eines Tages als Pilot um die Welt zu fliegen, als Polizist Verbrecher zu jagen oder als Tierärztin kranken Tieren zu helfen.

Nik Zimmerli, hat bereits klare Vorstellungen von der Zukunft. Er möchte Chirurg werden.


Warum ich Arzt werden möchte

Steckbrief

Name: Nik Elias Zimmerli
Alter: 12 Jahre
Hobbys: Geige spielen, Kung Fu, Jungwacht Blauring
Vater:  PD Dr. med. Lukas Zimmerli, Chefarzt Innere Medizin, Kantonsspital Olten

Warum ich Arzt werden möchte

Ich möchte am liebsten Chirurg werden. Ich stelle mir vor, dass es sehr spannend ist, in den Körper reinzuschauen und zu operieren. Was ein Arzt können muss? Ich denke es ist sehr wichtig, Krankheiten zu kennen, aber auch die Medikamente, und dass man weiss, welche man geben muss. Die Arbeit ist bestimmt sehr abwechslungsreich und das Schöne finde ich, dass man Menschen helfen kann.



Frage an Sie:

 

Können Sie sich noch an Ihren Berufswunsch als Kind erinnern?

Schreiben Sie uns im Kommentarfeld weiter unten.

 

Wir sind gespannt!


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Der vielseitige Alltag von Ärzten

Arbeitsplatz Spital

Der vielseitige Alltag von Ärzten

Es gibt in der Schweiz 45 verschiedene Facharzttitel. Vom Facharzt für Allergologie und klinische Immunologie bis zur Fachärztin für Urologie.

In den solothurner Spitälern arbeiten 703 Ärzte. Dabei sind 51% Frauen und 49% Männer.

Als Patientin, als Patient sind Sie bei uns in den besten Händen. Wir bieten eine erstklassige ambulante und stationäre Spitalversorgung. Unsere Ärztinnen und Ärzte sorgen mit ihrer Fachkompetenz für zuverlässige Behandlungen auf  höchstem Niveau mit modernsten Techniken.


Das sagen unsere Mitarbeitenden

Dr. med. Patric Scheidegger,
Oberarzt Orthopädie, Kantonsspital Olten

Mein Alltag:

Entweder berate ich Patientinnen und Patienten in der Sprechstunde, führe Injektionen durch oder bin – am liebsten – am Operieren. Dabei werden Hüft- oder Knieprothesen eingesetzt oder auch arthroskopische Knieeingriffe wie Meniskusoder Kreuzband-Operationen durchgeführt. Dazu kommt die Abwechslung des Dienstbetriebes – von Sprechstunden bis zu Notfallbehandlungen.

Warum dieser Beruf?

Die Mischung machts: Handwerk, Teamarbeit, Organisation, Fleiss und Herausforderung; schnelles Handeln, logisches Denken und Lösungen finden; tüfteln, helfen, ausbilden und weiterbilden.
Und vor allem: Nie, aber auch wirklich niemals Langeweile.


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Rascher erholt

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Patientenporträt: Leben ohne Nieren

Judith Rafael Rosa, 63, musste wegen einer Erbkrankheit ihre Nieren entfernen lassen. Vertrauen zum Arzt und die Aufforderung, sich jederzeit melden zu dürfen, gaben ihr beim Austritt Sicherheit.


Rettungswagen fährt mit Blaulicht

Diagnose Blinddarm: Diese Fachleute arbeiten mit

Rettungswagen fährt mit Blaulicht

Diagnose Blinddarm

Diese Fachleute arbeiten mit

  1.  Eintritt

    Empfangsmitarbeiter:in, Mitarbeiter:in Patientenaufnahme, Rettungssänitäter:in.

  2.  Notfallstation

    Expert:in Notfallpflege, Pflegefachperson, Fachangestellte Gesundheit, Ärztin/Arzt Notfallmedizin, Fachärztin/Facharzt Radiologie, Fachärztin/Facharzt Chirurgie, Fachärztin/Facharzt Gynäkologie, Biomedizinische Analytiker:in, Radiologiefachfrau/fachmann, Mitarbeiter:in Patiententransport, Fachfrau/mann Unterhaltsreinigung, Fachfrau/mann Textilpflege.

  3.  Operation

    Mitarbeiter:in Operations-Leitstelle, Fachärztin/arzt Anästhesie, Expert:in Anästhesiepflege, Lagerungspfleger:in, Mitarbeiter:in Operations-Logistik, Fachärztin/arzt Chirurgie, Fachfrau/mann Operationspflege, Fachfrau/mann Operationstechnik, Mitarbeiter:in Operationsmanagement, Ärztin/Arzt Chirurgie, Medizinproduktetechnologin/technologe, Fachfrau/mann Unterhaltsreinigung

  4.  Aufwachraum

    Mitarbeiter:in Patiententransport, Pflegefachperson Intensivpflege.

  5.  Bettenstation

    Mitarbeiter:in Patiententransport, Pflegefachperson, Fachangestellte Gesundheit, Bettendisposition, Pflegeassistent:in, Fachärztin/arzt Viszeralchirurgie, Assistenzärztin/arzt Chirurgie, Biomedizinische:r Analytiker:in, Köchin/Koch, Mitarbeiter:in Abwaschküche, Mitarbeiter:in Logistik, Medizintechniker:in, Mitarbeiter:in Roomservice, Informatiker:in, Physiotherapeutin/therapeut, Fachfrau/mann Textilpflege, Fachfrau/mann Unterhaltsreinigung.

  6.  Austritt

    Pflegefachperson, Mitarbeiter:in Rechnungswesen, Mitarbeiter:in Medizincontrolling, Mitarbeiter:in Qualitätsmanagement, Mitarbeiter:in Patientenadministration.

Wissen über Blinddarm

 

Wo liegt der Blinddarm?

Der Blinddarm befindet sich im rechten Unterbauch. Er bildet am Anfang des Dickdarms eine ca. 8 -10 cm lange Darmschleife, die im sogenannten Wurmfortsatz (Appendix) endet. Der Blinddarm hat in der frühen Kindheit die Aufgabe der Immunabwehr.

 

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix) des Blinddarms. Diese kann in jedem Alter auftreten. Am meisten sind Teenager und junge Erwachsene davon betroffen. Eine Blinddarmentzündung entwickelt sich meist akut innerhalb von einigen Stunden und bedingt in der Regel eine rasche Operation.

 

Was ist die Ursache für eine Blinddarmentzündung?

Die Ursache der akuten Entzündung ist meist nicht klar. Eine Verstopfung zum Beispiel durch Kotstein oder Speisereste kann eine Ursache sein.

 

Symptome und Beschwerden bei einer Blinddarmentzündung?

Eine akute Blinddarmentzündung äussert sich häufig mit Unwohlsein und unklaren Bauchschmerzen. Typischerweise verlagern sich die Schmerzen im Verlauf in den rechten Unterbauch und äussern sich verstärkt. Durch Husten oder Anspannung der Bauchdecke verstärken sich die Schmerzen noch.
Es können zudem auch weitere Beschwerden wie Übelkeit, Fieber, Appetitlosigkeit oder Verstopfung auftreten.

 

Wie ist die Untersuchung vom Blinddarm?

Diagnostiziert wird die Blinddarmentzündung durch eine klinische Untersuchung und Blutuntersuchungen (erhöhte Entzündungszeichen). Bei unklaren Befunden wird eine Bildgebung mittels Computertomogramm durchgeführt.

 

Was ist die Behandlung bei einer Blinddarmentzündung?

Fast in allen Fällen bedingt eine akute Blinddarmentzündung eine Operation, welche rasch durchgeführt wird. Denn wird zu lange mit einer Operation zugewartet, besteht die Gefahr eines Durchbruchs der Entzündung mit Ausbreitung einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung.

Haben Sie Fragen zum Blinddarm?

Schreiben Sie uns im Kommentarfeld weiter unten.


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