Anna Caniglia steht zwischen den Regalen.
DIE CORONA-MASSNAHMEN DER SOLOTHURNER SPITÄLER

Einkauf und Logistik: Systemrelevante Helfer im Hintergrund

Ein Spital muss 24 Stunden am Tag nahtlos funktionieren. Das ist bereits in Zeiten ohne Coronavirus eine Herausforderung.

«So etwas habe ich in all meinen Berufsjahren noch nie erlebt», sagt Anna Caniglia, Leiterin Logistik-Zentraleinkauf der Solothurner Spitäler AG, als sie darauf angesprochen wird, wie es ihrer Abteilung gelungen sei, auch während der Coronazeit genügend Schutzmaterial zur Verfügung zu haben. «Namhafte und langjährige Lieferanten konnten nicht mehr liefern, waren telefonisch nicht erreichbar, Bestellungen oder Verträge wurden einseitig annulliert. Der Markt spielte verrückt und qualitativ schlechtes Material wurde zu überteuerten Preisen angeboten.»

Besonders prekär sei es gewesen, als während des Lockdowns die Flugverbindungen eingestellt, diverse Grenzen geschlossen und von Deutschland, Frankreich und weiteren EU-Ländern der Exportstopp für Schutzmaterialien verhängt wurde. 12 bis 14 Stunden am Tag arbeiteten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um genügend und vor allem auch qualitativ gutes Schutzmaterial zu besorgen. «Wenn wir ein Angebot erhielten, stellten wir als Erstes zwei Fragen: 1. Ist das Material zertifiziert? 2. Ist die Ware bereits hergestellt und in der Schweiz?» Erst dann konnte weiterverhandelt werden.

Am Ende waren es die kleinen, flexiblen Lieferpartner, der grosse Einsatz der Mitarbeitenden, die enge Zusammenarbeit mit dem Kanton und die gegenseitige Hilfe der Spitäler untereinander, die dafür sorgten, dass es zu keinen Engpässen in den Spitälern gekommen sei. Und: Die Vorsorge. «Wir begannen bereits Ende Januar vermehrt Material zu bestellen, als wir gesehen hatten, was auf uns zukommt», so Anna Caniglia. Und heute? «Die Lage hat sich etwas entspannt, es gibt mittlerweile auch Schweizer Produzenten von Schutzmaterial – und auf die setzen wir.»


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