BEWEGUNGSTHERAPIE FÜR KREBSPATIENT*INNEN

Nur positive Nebenwirkungen

Es ist erwiesen, dass Sport nicht nur vor Krebs schützen kann, sondern auch
den Therapieverlauf positiv beeinflusst. Deshalb ist Bewegungstherapie
heute ein fester Bestandteil der Krebsbehandlung.

Die positive Wirkung von Sport bei einer Krebserkrankung wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Regelmässige Bewegung verbessert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit. Sie hilft auch gegen chronische Müdigkeit und stärkt das Immunsystem. Zusätzlich kann die Bewegung Ängste, Depressionen und Schmerzen reduzieren. Nicht immer aber ist es so einfach. Krebspatientinnen und -patienten sind während oder kurz nach einer Krebsbehandlung mental und auch körperlich sehr beansprucht. Da braucht es manchmal enorm viel Kraft, mit einer Bewegungstherapie zu beginnen.

Moderat beginnen

«In unserem Programm geht es darum, eine Bewegungsform zu finden, die einem Freude macht», sagt Physiotherapeutin Iris Huskey. Sie ist zuständig für das Bewegungsprogramm am Bürgerspital Solothurn. «Unser Ziel ist es, dass Patientinnen und Patienten sich anschliessend auch zu Hause regelmässig bewegen oder Sport treiben.» Am besten eignen sich dazu moderate Sportarten, dreimal die Woche. Gerade während einer Krebstherapie ist ein Trainingsplan wichtig, welcher Rücksicht auf die Krebserkrankung nimmt. Dazu gehören das Krankheitsstadium, die Behandlungsphase sowie die Bewegungserfahrung und die Motivation des Patienten.

«Am besten eignen sich moderate Sportarten, dreimal die Woche» (Iris Huskey, Physiotherapeutin)

Gruppentherapie wirkt Wunder

Viele hätten vor der ersten Gruppenstunde mit Ängsten zu kämpfen. Sie stellen sich Fragen wie «Was, wenn ich die Langsamste bin?» oder «Bin ich genügend fit, um mithalten zu können?». Als Erstes starten wir immer mit einer individuellen Abklärung. «Wir wollen herausfinden, welche Ressourcen jemand hat.» Sich zu verausgaben, kann das Immunsystem unter Umständen belasten anstatt stärken. «In der Bewegungstherapie werden deshalb immer verschiedene Themenbereiche angeschaut wie Kraft-, Ausdauer oder Gleichgewichtstraining oder auch Entspannungstechniken und Selbstmanagementstrategien. Jede Sportart ist richtig, Hauptsache, man führt sie aus und plant genügend Erholungszeiten ein.» Fast alle Patientinnen und Patienten hätten in der Gruppe ein Aha-Erlebnis, wenn sie realisierten, dass andere mit denselben Herausforderungen kämpften wie sie selbst, so die Physiotherapeutin.

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