Person kocht gerade Tee.
Vernetzte Zusammenarbeit – Ergotherapie

Weiterhin am Leben teilnehmen

Unser Ziel ist, dass die Patientinnen und Patienten möglichst viele Aktivitäten wieder ausführen können.

«Haben Sie eine Idee was Ergotherapie ist? So beginne ich oft ein Gespräch mit neuen Patientinnen und Patienten, um zu erfahren, welches Bild sie von unserem wenig bekannten Beruf haben. Wir therapieren Menschen, die durch eine Erkrankung, Behinderung oder durch einen Unfall in ihrem Leben und ihrem Alltag beeinträchtigt sind. Bei älteren Menschen kann das zum Beispiel eine zunehmende Demenz sein. Plötzlich gehen Sachen zu Hause nicht mehr, die vorher noch problemlos ausgeführt werden konnten. Wir analysieren zusammen mit den Patientinnen und Patienten die Situation und orientieren uns dabei an ihren Ressourcen.

Bei einer Anmeldung in der Ergotherapie ist es für uns wichtig zu erfahren, was die Pflegenden, die Physiotherapie oder die Ärztinnen und Ärzte bereits beobachtet haben. In unserer Analyse finden wir heraus, ob etwa komplexere Aktivitäten wie Einzahlungen erledigen oder einkaufen wegen einer Hirnschädigung nicht mehr ausgeführt werden können. Für die Therapie stehen uns vielfältige Therapiemittel und Alltagsgegenstände sowie zahlreiche Hilfsmittel für den Alltag zur Verfügung. Falls nötig, vermitteln wir Berufskolleginnen, die zu den Patienten nach Hause gehen und dort die Situation analysieren und gewisse Dinge ändern, wenn zum Beispiel eine Sturzgefahr da ist. Bei Handverletzungen bauen wir auch massgeschneiderte Schienen zur Unterstützung der Heilung. Manchmal fehlt bei manchen Patientinnen und Patienten aufgrund der Erkrankung aber auch die Fähigkeit, Probleme zu erkennen. Dann versuchen wir behutsam die Neugier für das Problem zu wecken. Wir wollen Patienten auch darin befähigen, sich mit der Einschränkung neu kennenzulernen und sich selber einzuschätzen.

Unser Ziel ist, dass die Patientinnen und Patienten möglichst viele Aktivitäten wieder ausführen können, die für sie wichtig sind. Und: dass sie als eigenständige Personen weiterhin an der Gesellschaft teilnehmen können.»


Über Kathrin Hofer

Mein Wunsch für eine gute Übergabe: «Wir schätzen es sehr, wenn Angehörige, Pflegende oder Ärztinnen und Ärzte uns ihre Beobachtungen schildern. Damit ergibt sich ein gutes Gesamtbild der Situation. Nur so kann die Autonomie und Handlungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten erhalten oder verbessert werden.»

Kathrin Hofer ist diplomierte Ergotherapeutin am Bürgerspital Solothurn. Ihr Arbeitsgebiet ist die stationäre und ambulante Behandlung von Menschen mit einer Hirnverletzung oder chronischen muskuloskelettalen Beschwerden.


Wir freuen uns über Ihre Kommentare zum Beitrag!


Weitere Beiträge

Ärztin erklärt etwas.

Die Sicht der Hausärztin

Im Kanton Solothurn leisten die Hausärztinnen und Hausärzte Notfalldienste im Spital – in der sogenannten vorgelagerten Notfallstation.

Dr. Zimmerli steht vor einem Bild und erklärt etwas.

Spitalaustritt bringt Änderungen mit

Es ist ein sehr verständlicher Wunsch, dass Patientinnen und Patienten nach einem Spitalaufenthalt am liebsten wieder nach Hause möchten. Leider ist das nicht immer der Fall.

Bild vor dem Spital Dornach beim Notfall

Direkt nach Hause

Immer mehr Patientinnen und Patienten gehen direkt in die Notfallstationen der Spitäler statt zur Hausärztin oder zum Hausarzt. Rund drei Viertel der Fälle können entsprechend ambulant behandelt werden.