Tumorschmerzen
Brennen unter der Haut: Neuropathische Tumorschmerzen
Für manche Menschen mit Krebserkrankungen gehört Schmerz schon fast zum Alltag; so zum Beispiel neuropathische Tumorschmerzen. Diese können sich auf verschiedene Weisen äussern und auf unterschiedliche Arten behandelt werden. Beim Spital Dornach wird aber in jedem Fall dasselbe Ziel angestrebt: Schmerzfreiheit.
Wer sich das Bein bricht, hat Schmerzen. Die Person weiss aber, dass diese irgendwann vorübergehen. Etwas anders ist das bei Beschwerden von Patientinnen und Patienten auf der Onkologie, also bei Menschen mit Krebserkrankungen. «Diese haben oft einen anderen Bezug zum Schmerz», berichtet Dr. med. Wolf-Dieter Janthur, Leitender Arzt Onkologie am Spital Dornach. Einerseits seien diese Menschen oft sensibler und würden etwa Veränderungen in der körperlichen Wahrnehmung eher bemerken. Andererseits seien sie auf eine Art und Weise auch unempfindlicher: «Oft sind diese Patientinnen und Patienten härter im Nehmen, weil sie oft lernen, mit einem gewissen Schmerzniveau zu leben.»
Zu diesen Beschwerden können neuropathische Tumorschmerzen gehören. Betroffen sind nicht Wenige: Laut Janthur leiden von seinen Patientinnen und Patienten schätzungsweise 60 Prozent darunter. Bei fortgeschritteneren Stadien sind es jeweils deutlich mehr, genau so wie bei gewissen Krebsarten. Dazu gehören Bauchspeicheldrüsen-, Brust- oder Lungen-, aber auch Knochenkrebs.
Zwei Ursachen und zwei Behandlungspfeiler
Neuropathische Tumorschmerzen können auf zwei Wegen entstehen. Entweder wächst ein Tumor und verletzt dabei die Nervenbahnen, oder aber bei der Behandlung von Tumoren werden die Nerven durch die Strahlen- oder Chemotherapie geschädigt. Beides ist schmerzhaft. «Oft sind das brennende Schmerzen, die ausstrahlen können», erklärt der Leitende Arzt. «Diese können sich aber ganz unterschiedlich äussern, je nachdem, wo sich der Tumor befindet.»
Diese Beschwerden können auf zwei verschiedene Arten therapiert werden, manchmal auch mit einer Kombination davon: medikamentöse und mechanische Behandlungen. «Grundsätzlich ist eine Therapie vollumfassend», sagt Janthur. Mit den Medikamenten können Schmerzen grundsätzlich gelindert werden. Bei der mechanischen Behandlung – etwa einer Bestrahlung oder einem Eingriff – geht es darum, die Ursache der Schmerzen zu eliminieren. Das heisst etwa, dass ein Tumor geschrumpft oder entfernt wird.
Zur Behandlung sagt der leitende Arzt auch: «Hier kommt wirklich ein ganzes Team bei uns zusammen.» Onkologie, Radiologie, Neurologie, Chirurgie, Psychiatrie, Ernährungsberatung, und so weiter. Sie alle arbeiten zusammen, damit die Betroffenen möglichst wieder schmerzfrei werden. «Das gelingt nicht immer», sagt Janthur, «aber das ist immer unser Ziel».
Wichtige alternative Behandlungsmöglichkeiten
«Eine erfolgreiche Therapie bedeutet unterm Strich eine Verbesserung der individuellen Schmerzwahrnehmung der Patientinnen und Patienten», erklärt der leitende Arzt für Onkologie am Spital Dornach. «Es ist ganz klar belegt, dass hier ganz verschiedene Faktoren einen Einfluss darauf haben können.» Damit spricht Janthur auch alternative Behandlungsmöglichkeiten an, wie zum Beispiel Maltherapie, Achtsamkeitstraining oder Meditation. «Das ist kein Hokuspokus. Das funktioniert.» In Bezug auf alternative Angebote arbeitet die soH seit 2020 unter anderen auch mit der Klinik Arlesheim zusammen.
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