Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

«Der Schmerz kam schleichend»

Sein Leben lang hatte der 48-jährige Philipp Riesslegger keine gesundheitlichen Probleme. Dann gab es gleich zwei Hiobsbotschaften auf einmal für den Schadeninspektor aus Niederwil: Das Herz muss operiert werden und Gefässe in der Leistengegend sind kaputt. Diese PAVK – periphere arterielle Verschlusskrankheit – wurde im Solothurner Bürgerspital erfolgreich behandelt. Riesslegger erzählt Ihnen hier einen Teil seiner Geschichte.

«Ich war gefühlt 47 Jahre lang keinen einzigen Tag krank. Es ging mir gut, ich war in der Region viel mit dem Mountainbike unterwegs und hatte eine gute Ausdauer. Dann kam der Schmerz schleichend beim Gehen in den Beinen. Über rund 5 Jahre nahmen die Beschwerden zu. Zuerst ignorierte ich sie, weil sie auch nicht so stark waren. Dann ging ich zur Hausärztin. Sie fand diese Schmerzen für mein Alter eher merkwürdig. Ich versuchte es zunächst mit Wadentraining, was aber nicht wirklich half.

Die Distanzen, die ich ohne Schmerzen gehen konnte, wurden immer kürzer. In der Solothurner Altstadt musste ich beim Spazieren zur St. Ursen-Kathedrale und wieder zurück mehrere Pausen einlegen. Dann kam alles auf einmal: Im Herbst 2025 hatte ich eine Herzoperation. Mir wurden zwei Stents operiert. Ich musste im Anschluss Blutverdünner einnehmen. Das hatte unter anderem einen Einfluss auf den Blutdruck und den Durchfluss des Blutes durch die Gefässe, die bereits beschädigt und verengt waren. Bei einer weiteren Kontrolluntersuchung bei der Kardiologin wurde das Thema <Schaufensterkrankheit> angesprochen. Sie empfahl mit dann, dies via Bürgerspital Solothurn untersuchen zu lassen.

Die Untersuchung in Solothurn ergab dann, dass die Gefässe in der Leistengegend völlig kaputt waren. Ich war sprachlos – und ich wusste nicht, ob es vielleicht sogar eine Amputation brauchte. Mir wurden dann im Frühling 2026 links und rechts zwei Stents operiert. Danach begann ich mit Physio und im Herbst 2026 habe ich die Nachkontrolle im Spital. Ich stellte so einiges im Leben um: Ich hörte mit dem Rauchen auf, verlor innert eines Jahres 20 Kilogramm und bewegte mich viel mehr. Jetzt fühlt sich das rechte Bein tiptop an, das linke spüre ich schon noch manchmal. Dieses wird nicht mehr zu reparieren sein; ausser womöglich mit einer Bypass-Operation.

Es gab in all dieser Zeit einen kurzen Moment, in dem ich mich fragte: <Warum passiert gerade mir das?>. Aber wenn man sich auf der Welt so umschaut, gibt es schlimmere Dinge. Ich kann jetzt halt nicht mehr auf den Weissenstein laufen – so what? Ich habe gute und schlechte Momente. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen über PAVK Bescheid wissen und lieber einmal zu viel zum Arzt gehen als einmal zu wenig. Man denkt ja nie an solche Sachen – bis man eines Tages selbst betroffen ist.»




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