HNO
Kurz und heftig: Ohrenschmerzen
Schmerzen im Ohr gehören zu den fiesesten überhaupt – gleichzeitig können die meisten Fälle rasch von Hausarzt oder Kinderärztin erkannt und behandelt werden. Nur in wenigen Fällen gibt es Komplikationen. Diese Patientinnen und Patienten landen früher oder später bei einem HNO – zum Beispiel bei Dr. med. Patrick Dubach, Chefarzt HNO am Bürgerspital Solothurn.
- Mittelohrentzündung: Kinder zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem sechsten Lebensjahr sind besonders häufig betroffen, weil ihre eustachische Röhre noch verkürzt ist. Und genau diese Röhre, die Nasen-Rachen-Raum mit dem Mittelohr verbindet, ist bei einer Erkrankung entzündet. So entsteht ein laut Dubach klopfender Dauerschmerz, der oft von Fieber begleitet ist.
- Bade Otitis: Dieses Problem kennen vorwiegend junge Menschen. Nach dem Sprung ins kühle Nass im Sommer ist der Gehörgang entzündet, weil er etwa von einem Pilz befallen ist. Auch dieser Schmerz ist stark, wird bei Druck aufs Ohr extrem verstärkt und tritt oft zusammen mit mühsamem Juckreiz auf.
- Entzündung des äusseren Gehörgangs: Vor allem ältere Menschen kennen dieses Leiden, wobei Bakterien eine Entzündung verursachen können, was einen stechenden Schmerz auslöst. Der Schmerz tritt dann bei Bewegungen des Gehörgangs auf, etwa beim Kauen, oder, wenn Druck auf das Ohr besteht, was Einschlafen selbst auf dem Kopfkissen unmöglich macht.
Der drittschlimmste Schmerz überhaupt
Tropfen oder Tabletten?
Wenn das Trommelfell zu oft geplatzt ist
Querschnitt des Ohrs:

5 Tipps vom HNO
Die genetische Veranlagung spielt beim Thema Ohr eine grosse Rolle. Wir können Schmerzen also nicht immer vermeiden. Aber: Wir können einige Tricks anwenden – und sollten von gewissen Dingen dafür die Finger lassen:
- Nasenduschen: Sie reduzieren die Krankheitskeime, weil im Kopf, wie erwähnt, so Vieles auf engem Raum verbunden ist, wirkt sich die Gesundheit der Nasenschleimhäute auch auf das Ohr aus. So kann ein «Pfnüsel» zu einer Ohrenentzündung führen und umgekehrt.
- Kühlung: Mit einem Kühlpad können wir Schmerzen lindern. Warme Wickel sind dafür ein No-Go, weil Bakterien diese höheren Temperaturen lieben. Zwiebelwickel und Ohrenkerzen werden zwar gerne verwendet – es gibt aber keine Beweise dafür, dass dies auch wirklich hilft.
- Sonnenbad für Kopfhörer: Gerade In-Ear-Kopfhörer, die wir in unsere Ohren stecken, sollten wir regelmässig reinigen, oder eben an die Sonne legen: Gegenüber dem Sonnenlicht haben Bakterien keine Chancen. Grundsätzlich gilt beim Thema Kopfhörer auch: Dem Ohr immer wieder mal Pause gönnen, damit es sich erholen kann.
- Finger weg von Wattestäbchen: Damit stopfen wir Dreck oder Bakterien nur tiefer ins Ohr. Bei einem Pilzbefall wird die angeschlagene Haut im Gehörgang zusätzlich gereizt. Das Ohr muss vom Ohrenschmalz auch gar nicht gänzlich befreit werden, damit reinigen sich die Ohren nämlich selbstständig und spülen etwa Bakterien raus.
- Geduld haben: In den allermeisten Fällen sind wir dank Tropfen oder Tabletten schnell schmerzfrei. Gerade bei einer Mittelohrentzündung dauert es aber länger, bis auch das letzte an entzündlicher Flüssigkeit abgeflossen und das Wassergefühl mit Hörminderung im Ohr verschwunden ist. Der Körper braucht also Ruhe, auch damit er sich nicht gleich wieder eine Erkältung einfängt, die dann wieder aufs Ohr schlagen kann.
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