Patientenporträt
Das Leben geht weiter
Lisa Walker erhielt im vergangenen Jahr die Diagnose Brustkrebs. Im Gesundheitsmagazin THEMA blickt sie zurück.
«Es geht mir heute sehr gut. Bis im Dezember gehe ich noch alle drei Wochen in die Immuntherapie, danach folgen Kontrolltermine alle drei Monate. Es wird immer weniger. Ich besuche noch die Physiotherapie, weil mein Arm seit der Operation der Lymphknoten nicht mehr ganz so beweglich ist. Manchmal habe ich noch Schmerzen und einen starken Juckreiz, der noch von der inter-nen Bestrahlung herrührt. Hilfreich für Körper, Kopf und Seele war auch die PinkKardio-Reha speziell für Frauen mit Brustkrebs. Wir haben immer noch Kontakt miteinander, auch wenn viele mit der Reha schon fertig sind. Hoffentlich gibt es ein Folgeprogramm. Auch die äussere Bestrahlung hat die Haut etwas belastet, aber ich hatte zum Glück nur leichte Nebenwirkungen. Ich hatte wirklich Glück, wie gut ich alle Behandlungen vertragen habe. Zuerst die Chemotherapie bis Ende April, dann die Entfernung der Tumormarker in der Brust und der Lymphknoten. Und dann eben diese Bestrahlung. Ich habe mich für die innere Bestrahlung entschieden, weil die ein bisschen schonender ist für das Herz und weil ich keine Folgeschäden riskieren wollte.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich diesen Herbst in die Ferien fliegen durfte. Als ich im letzten Jahr die Diagnose Brustkrebs erhalten habe, musste ich alle unsere Ferienpläne absagen. Als wir in diesem Oktober in Bali gelandet sind, musste ich weinen. Mir wurde in diesem Moment klar, wie viel ich im vergangenen Jahr geschafft habe. Jetzt muss ich nur noch die Immuntherapie absolvieren, ansonsten ist alles überstanden – das ist Wahnsinn. Ein schöner Wahnsinn. Natürlich denke ich manchmal darüber nach, dass der Krebs zurückkommen könnte. Aber krank werden kann man ja eigentlich immer. Deshalb versuche ich, mich nicht verrückt zu machen. Ich habe mich so gefreut, dass ich wieder arbeiten kann. Seit den Herbstferien arbeite ich zwei Tage die Woche. Ich freue mich so über meine neue Klasse und die Arbeit mit den Kindern, auch wenn mich der Alltag in der Schule noch sehr müde macht. Ob ich wieder 100 Prozent arbeiten möchte, weiss ich noch nicht. Mir ist klar geworden, dass es sehr viele Dinge im Leben gibt, die schön und wichtig sind. Deshalb könnte ich mir vorstellen, auch nur 90 oder 80 Prozent zu arbeiten. Aber wichtig ist mir derzeit: Das Leben geht weiter. Und das ist wunderschön.»
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