Radiologie
CT, MRT, Ultraschall und Röntgen: So werden Schmerzen sichtbar
Wo tut es weh? Schon das ist für Patientinnen und Patienten nicht immer einfach zu bestimmen. Warum tut es weh? Diese Frage ist noch viel komplexer. Antworten darauf kann der Bereich Radiologie liefern – und gleichzeitig auch mithelfen, die Schmerzen zu lindern.
«Schmerz ist einer der Hauptgründe, die dazu führen, dass wir gerufen werden.» Das sagt Dr. med. Florian Oellig. Er ist der Leitende Arzt für Radiologie in Dornach. «Wir denken in fünf Systemen.». Das ergänzt Dr. med. Urspeter Knecht. Er ist Chefarzt der Radiologie der soH. Bei den fünf Systemen handelt es sich um folgende Bereiche: Kopf, Brustkorb, Bauch, Gelenke und Rücken. Ganz unterschiedliche Arten von Schmerzen in einem dieser Systeme können Patientinnen und Patienten dazu bringen, einen Standort der Solothurner Spitäler aufzusuchen. Dort kommen dann die Expertinnen und Experten der Radiologie zum Einsatz – im Diagnoseverfahren, aber auch bei der Behandlung.
Schritt 1: Welches Verfahren?
In der Radiologie gibt es verschiedene Arten von bildgebenden Verfahren, die dazu genutzt werden, Schmerzen sichtbar zu machen. Am häufigsten sind: Röntgen, Ultraschall, CT, MRT. (Informationen dazu finden Sie in der Infobox). Je nach Fall wird entschieden, welches Instrument zum Einsatz kommt. «Es kommt grundsätzlich darauf an: Was ist es für ein Schmerz und wo befindet er sich? Bei Knieschmerzen etwa ist der erste Schritt meistens ein Röntgenbild», erklärt Oellig. «Im Falle von Kopfschmerzen wird eher ein MRT gemacht. Dieses Verfahren wird in anderen Fällen dafür erst später hinzugezogen, weil es eher aufwendig und teuer ist», so Knecht.
Schritt 2: Welche Diagnose?
Häufig werden bei Schmerzen die Verfahren kombiniert. Es wird etwa mit einem Ultraschall angefangen und wenn der Befund nicht eindeutig ist, dann kommt etwa ein CT hinzu. So bringt die Radiologie ganz unterschiedliche Ursachen für die Beschwerden ans Licht: Entzündungen, Brüche, Tumore. «Häufig finden wir auch nichts», berichtet der Chefarzt der Radiologie der soH. Auch das kann entscheidend sein: So kann man gravierendere Dinge, wie etwa eine Krebserkrankung, nämlich ausschliessen. «Wir liefern anhand der radiologischen Auswertung der Bilder die wahrscheinlichste Diagnose – einige sind ganz eindeutig, andere nicht», führt der Leitende Arzt der Radiologie in Dornach aus.
Schritt 3: Welche Behandlung?
Die Radiologie ist also ein wichtiger Baustein im Diagnoseverfahren, zu dem weitere Tests und Patientengespräche durch den zuweisenden Arzt oder die zuweisende Ärztin gehören. Das ist aber nicht alles: «Wir stehen unseren klinischen Partnern auch bezüglich Entscheidungen in der Behandlung zur Seite», schildert Oellig. Expertinnen und Experten aus der Radiologie geben also ihre Einschätzungen ab, wenn es etwa um folgende Fragen geht: «Muss ich jetzt behandeln oder kann ein Eingriff warten? Muss der Patient hierbleiben oder kann er nach Hause gehen?» Knecht wird zudem häufig direkt von Neurochirurginnen und -chirurgen aufgesucht. «Sie kommen mit gemachten Bildern auf mich zu und fragen: «Wie würdest du in diesem Falle vorgehen?»
Gleichzeitig kann auch ein Teil der Schmerzbehandlung im Bereich der Radiologie stattfinden. Die bildgebenden Verfahren ermöglichen es nämlich auch, genau an den betroffenen Stellen Linderung zu schaffen durch die Abgabe von Cortison oder Betäubungsmitteln. «Mit einem CT können wir millimetergenau an einem Ort infiltrieren», sagt der Chefarzt der Radiologie der soH. Der Patient oder die Patientin liegt in diesem Fall also im CT-Scanner und ein Arzt oder eine Ärztin verabreicht eine Spritze mit einer langen Nadel – genau an dem Ort, an dem es wehtut. «Die Präparate wirken dann nicht im ganzen Körper, sondern nur an der betroffenen Stelle, zum Beispiel im Rücken. Das lindert den Schmerz, reduziert aber auch etwa Entzündungen vor Ort.» Dabei handelt es sich um eine kurze, minimalinvasive Sache: Patientinnen und Patienten sind maximal eine halbe Stunde in Behandlung. Manche kommen einmal, andere mehrfach. Für manche ist die Behandlung eine gute Übergangslösung bis zur Operation, für andere kann sie, im besten Fall, die Operation sogar ersetzen.
Die häufigsten bildgebenden Verfahren
Ultraschall
Mit Ultraschallwellen werden Teile des Körpers sichtbar gemacht, in der Regel Organe und Muskeln. Beim Ultraschall braucht es keine Röntgenstrahlen und er ist im Vergleich zu anderen Verfahren eher einfach und günstig umzusetzen.
Röntgen
Mithilfe von ionisierenden Strahlen (bestehend aus sehr energiereichen Lichtteilchen) werden klassische Röntgenbilder des Körpers gemacht: Die Knochen sind weiss abgebildet, der Rest schwarz. Dieses Verfahren wird häufig für Untersuchungen der Lunge oder Extremitäten angewendet.
CT (Computertomografie):
Mithilfe von ionisierenden Strahlen (bestehend aus sehr energiereichen Lichtteilchen) werden Querschnittsbilder des Körpers gemacht. Dieses Verfahren kann für verschiedene Körperbereiche und bei einem breiten Spektrum von Beschwerden angewendet werden.
MRT (Magnetresonanztomografie)
Mithilfe von starken Magnetfeldern werden Querschnittsbilder des Körpers gemacht. Dabei werden Wasserstoffatome im Körper gemessen. Die Bilder sind genauer als bei anderen Verfahren; dafür sind MRT auch aufwendiger und teurer. Dieses Verfahren wird etwa für die Abbildung des Gehirns, der Gelenke und Muskeln, der Gefässe und der Organe im Bauchraum angewendet.
Foto: Tom Ulrich, fotomtina
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