Lapartomie 

«Nichts ausser Schmerz»

2010 hatte Gabriela Steiner eine Operation und verspürte den schlimmsten Schmerz ihres Lebens. 2026 hatte die Dullikerin einen weiteren Eingriff und erlebte das pure Gegenteil.

Gabriela Steiner arbeitet schon ihr ganzes Leben lang in der Pflege. Die 65-Jährige hat selbst zwei Operationen überstanden. Eine mit und eine ohne Roboter. Eine sehr einschneidende und eine minimalinvasive. Dazwischen liegen Welten – gerade in Bezug auf den Schmerz.

Hier können Sie die Geschichte der soH-Patientin nachhören und nachlesen.



«Vor 16 Jahren hatte ich eine Laparotomie. Mit einem Längsschnitt im Bauchbereich musste ein grosser Tumor entfernt werden. Dieses Erlebnis war sehr einschneidend für mich. Der Schmerz überwältigte mich total. Ich wollte damals lieber sterben, als diesen Schmerz zu spüren. Dazu kam, dass ich meine Prognose noch nicht kannte. Das verschlimmerte die Situation zusätzlich. Ich habe drei Kinder zur Welt gebracht; auch das war jeweils ein grosser Schmerz, aber immerhin erhielt ich etwas im Gegenzug dafür. Bei der Operation hatte ich nichts ausser Schmerz.

Dann erhielt ich eine gute Prognose, weil der Tumor nicht bösartig war. Das motivierte mich, wieder in den Alltag zu starten, mich zu bewegen, Velo zu fahren. Aber es dauerte lange, bis ich mich erholte. Das Ganze hat mich geprägt. Ich habe Divertikulitis, eine Darmerkrankung. Das Erlebte hielt mich davon ab, mich noch einmal operieren zu lassen. Ich wollte das nicht noch einmal durchmachen.

Vergangenes Jahr bildete sich schliesslich ein Loch im Darm und mein ganzer Bauchraum entzündete sich. Ich konnte nicht mehr richtig essen und erhielt Infusionen und Antibiotika. Ich hatte einen Termin bei Prof. Dr. Med. Ulrich Dietz im Kantonsspital Olten. Beim Abschied musste ich ihm versprechen, dass ich mich sofort melde, falls ich mich doch operieren lassen möchte.

Am 31. Dezember 2025 war es so weit. Das Leben hatte keine Qualität mehr für mich und ich meldete mich bei Herrn Dietz. Er sagte damals, dass er versuchen werde, mit dem Roboter zu operieren. Das hat geklappt! Ich weiss bis heute nicht genau, wie, aber das Team leistete wunderbare Arbeit. An einem Donnerstag wurde ich operiert, am Freitag ging ich spazieren und am Samstag schaffte ich schon einen Kilometer. Von da an ging es rasant aufwärts. Nach zwei Wochen fuhr ich wieder Velo und nach drei Wochen war ich auf dem Vitaparcours.

Am Schluss dachte ich: Warum hast Du so lange gewartet?! Am Ende ist alles gut gekommen.»


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