Knieschmerzen

Vom Kreuzbandriss bis zur Knorpelabnutzung

Als grösstes Gelenk unseres Bewegungsapparates kriegt das Knie so einiges an Belastung ab. Sowohl Unfälle als auch Erkrankungen können zu Schmerzen führen; Teenager können davon genauso betroffen sein wie Seniorinnen und Senioren. Im Spital Dornach kümmert sich ein interdisziplinäres Team um jeden Fall.

Wer keine Beschwerden hat, denkt meist gar nicht an das Knie und an das, was es alles leistet, wenn wir gehen, stehen oder sitzen. Ganz anders verhält es sich, wenn etwas nicht in Ordnung ist: Dann schmerzt plötzlich jeder Schritt, wir ändern unsere ganze Körperhaltung und ziehen Hüfte und Rücken in Mitleidenschaft, und Absitzen oder Aufstehen ist plötzlich eine Herausforderung. «Das Knie ist mit Sicherheit das häufigste Gelenk, das behandelt werden muss», weiss Dr. med. Björn Zappe, Belegarzt am Spital Dornach und der crossklinik vor Ort. In der crossklinik ist er einer von drei Experten, die sich vollkommen auf dieses Gelenk spezialisiert haben – im Spital ist er der einzige.

Unfall oder Erkrankung?

Grundsätzlich hat Zappe im Alltag mit zwei Ursachen von Knieschmerzen zu tun: Unfälle und Erkrankungen. Zur ersten Kategorie gehört etwa der Meniskusriss auf dem Fussballplatz: «Patientinnen und Patienten haben dann sofort starke Schmerzen und beschreiben diese als Nadel- oder Messerstiche.» Zur zweiten Kategorie gehört etwa die Arthrose im höheren Alter, also wenn Knochen aufeinander reiben, weil die Knorpelmasse dazwischen abgenutzt ist: «Hier haben Betroffene oft Belastungs- sowie Ruheschmerzen, die sich dumpf und gleichzeitig ziehend anfühlen können.» In der Praxis erlebt der Knieexperte, dass es sogenannte Peaks gibt: Die meisten Patientinnen und Patienten sind zwischen 20 und 25 oder zwischen 50 und 65 Jahre alt. Dann gibt es aber auch 14-Jährige mit Schmerzen aufgrund einer permanenten Instabilität der Kniescheibe oder 94-Jährige mit Beschwerden aufgrund von angeschwollenen Knien als Symptom von Gelenkverschleiss. Gleichzeitig haben die beiden Kategorien – Unfälle und Erkrankungen – auch eine Art Wechselwirkung. Wer sich im Leben mehrmals die Bänder reisst, hat ein höheres Risiko für Arthrose im späteren Leben. Wer aufgrund von Erkrankungen etwa zu lockere Bandapparate hat, hat ein höheres Risiko, sich die Kniescheibe schon bei einer alltäglichen Bewegung auszurenken.

Das können die Fachpersonen tun

Steckt hinter den Knieschmerzen ein Unfall, dann muss es oft schnell gehen. Bei Erkrankungen kann man sich auch etwas Zeit lassen bei der Behandlung. So oder so gilt in Dornach der Grundsatz: «Einer allein kommt selten zum Erfolg», fasst Zappe zusammen. Es wird also interdisziplinär gearbeitet: Physiotherapeuten, Rückenexpertinnen, Hüftspezialisten, aber auch Fachärztinnen für Neurologie und eben die Knie-Profis kommen zusammen. Diese verschiedenen Disziplinen braucht es, weil der Schmerz im Knie oft ausstrahlen oder zu Fehlhaltungen führen kann, die dann auch andere Gelenke schädigen. Das Team hat dann mehrere Möglichkeiten. Übungen unter Anleitung durch die Physio stärken die Muskeln, die das Knie wieder stabilisieren. Eine Spritze mit Kortison oder Hyaluronsäuren, die genau am richtigen Ort angewendet wird, verschafft oft sofortige Linderung. Und zu guter Letzt können künstliche Gelenke stark abgenutzte eigene Gelenke ersetzen. «Diesen Schritt ziehen wir dann in Erwägung, wenn die Lebensqualität extrem eingeschränkt, der Schmerz praktisch permanent ist und den Alltag bestimmt», erklärt der Knieexperte.

Darauf können wir selbst achten

Betroffene selbst können ihrem Knie aber auch Gutes tun. Bei akuten Schmerzen hilft: Kühlen, Hochlagern, Bandagieren, dem Körper Ruhe gönnen. Zur Fachperson sollte man trotzdem gehen, wenn die Beschwerden auch nach mehreren Tagen nicht nachlassen. Anders verhält es sich, wenn man einen Unfall hat und etwa eine Art Reissen verspürt – dann geht es besser direkt zum Notfall oder in die Sprechstunde bei der zuständigen Fachperson. Im Idealfall leben wir schon so, dass es gar nicht zu Beschwerden kommt. Hier empfiehlt der Belegarzt Klassiker wie Krafttraining oder das richtige Schuhwerk beim Sport. Zudem verträgt das Knie Sportarten wie Velofahren, Wandern oder Schwimmen deutlich besser als Fussball, Rugby oder Joggen. Auch dann lassen sich Unfälle oder Erkrankungen aber natürlich nicht immer verhindern. Das Knie bleibt das grösste Gelenk in unserem Körper und trägt neben einer grossen Last auch ein erhöhtes Risiko für Beschwerden mit sich.



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