Der «Pieks» bleibt den Diabetikern vorerst erhalten

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Blutzuckermessung via Kontaktlinse: Die Hoffnung vieler Diabetiker auf diese «pieksfreie» Variante zur Glukosekontrolle hat einen Rückschlag erlitten: Die Forschung und Entwicklung einer smarten Augenlinse ist jetzt eingestellt worden.

Begründet wird dieser Projektstopp vom Biotech-Unternehmen Verily und der Novartis-Tochter Alcon damit, dass die Messergebnisse der Kontaktlinse zu inkonsistent seien. Die Hoffnungen ruhen nun auf einem weiteren Projekt. Ein südkoreanisches Forschungsteam forscht an einer Kontaktlinse, die den Träger nicht mehr per Smartphone-App, sondern mit einem visuellen Signal im Auge über gefährliche Zuckerwerte informiert. Ein erster Prototyp der Kontaktlinse ist inzwischen bei Kaninchen getestet worden. Klinische Studien dazu folgen in rund zwei Jahren.

Weitere Informationen rund um die «pieksfreie» Glukosemessung sind auf dem «Univadis» Medizinportal erhältlich.


Spass und Bewegung für Kinder in «ä Halle wo’s fägt»

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Spass und Bewegung für Kinder in «ä Halle wo’s fägt»

Die «ä Halle wo’s fägt» ist ein Indoorspielplatz für Kinder zwischen bis 6 Jahre. Jede Halle wird mit einem erprobten und von Sportlehrern konzipierten Parcours eingerichtet.

Die Kinder bewegen sich nach ihren Möglichkeiten, ihren Interessen und ihrem Können an den gewünschten Stationen. Das Hallenpersonal wird durch den Verein CHINDaktiv weitergebildet und mit dem nötigen Material ausgerüstet.
Die  „ä Halle wo’s fägt“ findet jeweils zwischen Herbst- und Frühlingsferien in acht Kantonen – Solothurn und Aargau, Bern, Luzern, Schwyz, Wallis, Zug und Zürich – an rund 80 Hallenstandorten statt.  Hier engagieren sich auch Gesundheitsfachpersonen der Solothurner Spitäler. In Aarau, am Standort Zelgli, ist es Prof. Dr. med. Gottfried Rudofsky, Chefarzt am Stoffwechselzentrum des Kantonsspitals Olten.
Der Verein CHINDaktiv hat zum Ziel, die Gesundheitsförderung von Kindern im Vorschulalter mit einfachen Mitteln und in räumlich vorhandenen Gegebenheiten zu fördern.


Minimalinvasive Hochpräzisionschirurgie

Stoffwechsel

Minimalinvasive Hochpräzisionschirurgie

Mit dem Titel wäre eigentlich alles gesagt. Tönt vielleicht etwas kompliziert? Dabei ist alles viel einfacher. Also für den Patienten, weil der Eingriff schonender ist. Und auch für den Chirurgen, weil er äusserst präzis arbeiten kann.

Alles der Reihe nach: Seit Kurzem ist im Oltner OP eine herausragende Technologie im Einsatz. Und zwar für minimalinvasive Operationen vor allem in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie. Dafür ist das weltweit etablierte da Vinci Xi-Operationssystem der neuesten Generation beschafft worden. In den Spitälern der USA sind bereits über 3000 Systeme dieser Art im Einsatz, in Europa über 700. Mit steigender Tendenz. Bis heute wurden weltweit fast fünf Millionen Eingriffe durchgeführt. Die herausragende technische Präzision, die Patientensicherheit und die bisherigen Ergebnisse sprechen eindeutig für den Einsatz des «da Vinci».

Radio 32: Beitrag da Vinci

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Lieber unschlank als krank

Der menschliche Körper hat die Grundveranlagung, dass er nicht am Hungertod sterben will. Deshalb, so die Grundregel, funktioniert keine Diät, die mehr als ein Kilo Gewichtsverlust pro Woche verspricht.

Leben mit der Versuchung

In manchen Phasen ihres Lebens hatte Anita Grolimund einen Body-Mass-Index von 38 – was als schwere Adipositas gilt. Heute ist die 35-Jährige normalgewichtig. Das Essen aber bleibt ein Dauerthema


Fünf Regeln, die das Leben verlängern

Stoffwechsel

Fünf Regeln, die das Leben verlängern

Mit gerade mal fünf Punkten verlängern wir unser Leben: Verzicht auf Rauchen, gesunde Ernährung, Bewegung, gesundes Körpergewicht sowie mässiger Alkoholkonsum. So einfach soll das gehen. Wer sich an diese Regeln hält und trotzdem krank wird, kann dies hingegen nur schwer verstehen.

Was es also mit den Ratschlägen, die unser Leben verlängern können, auf sich hat, erfahren Sie unter folgendem Link:

Beitrag aerzteblatt.de

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Diabetes und Adipositas können zahlreiche weitere Erkrankungen zur Folge haben. Fachärzte der Solothurner Spitäler erklären die häufigsten.

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Ohne Last ins Leben

Übergewicht bei Kindern liesse sich mit einfachsten Methoden bekämpfen. Liesse. Denn zentral dabei ist oft die Vorbildrolle der Eltern – und die Tatsache, dass sich Kinder immer weniger bewegen.


Ohne Last ins Leben

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Ohne Last ins Leben

Übergewicht bei Kindern liesse sich mit einfachsten Methoden bekämpfen. Liesse. Denn zentral dabei ist oft die Vorbildrolle der Eltern – und die Tatsache, dass sich Kinder immer weniger bewegen.

Das Essverhalten der Eltern beeinflusst das Kind bereits vor der Geburt. Bei der Ernährungsberatung für Kinder ist der Einbezug der Eltern darum enorm wichtig.

Kinder brauchen regelmässige Mahlzeiten. Wichtig ist aber, bewusste Zwischenmahlzeiten einzuplanen wie Znüni und Zvieri und das Kind nicht ständig naschen zu lassen. Bei den drei grossen Mahlzeiten sollen Kinder
essen, bis sie satt sind.

Kinder brauchen Bewegung – und zwar draussen an der frischen Luft.

Kinder im Wachstum haben den grossen Vorteil, dass sie aus dem  Übergewicht herauswachsen können und nicht abnehmen müssen.


6 Punkte für ein gesundes Gewicht bei Kindern

  1. Essen Sie gemeinsam und nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Vermeiden Sie Ablenkung durch Smartphones oder Fernseher.
  2. Bieten Sie dem Kind gesunde Zwischenmahlzeiten wie Früchte oder Gemüse an.
  3. Planen Sie Süssigkeiten bewusst ein. Strikte Verbote nützen meistens wenig.

  1. Wasser eignet sich als Durstlöscher am besten. Süssgetränke nur in Ausnahmefällen.
  2. Beziehen Sie das Kind beim Kochen mit ein. Lassen Sie es kleine Tätigkeiten ausführen.
  3. Früh übt sich – es ist einfacher, das Gewicht zu halten und rauszuwachsen anstatt im Erwachsenenalter abzunehmen.


« Eigentlich wüssten fast alle Eltern, wie man sich gesund ernährt. Ich stelle aber immer mehr fest, dass sich Kinder kaum mehr draussen  bewegen. Nebst aller Unterstützung, die ich zu gesunder Ernährung geben kann, animiere ich Eltern darum auch dazu, mit den Kindern rauszugehen, ihnen die Natur zu zeigen, mit ihnen zu spielen, zu wandern und sie bei der aktiven Freizeitgestaltung zu unterstützen. Es muss nicht gleich der Sportclub sein – draussen spielen reicht auch. »

Sibylle Reimann, Leiterin Ernährungsberatung Kantonsspital Olten

Richtige Kinderernährung

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Schlank werden dank Operation?

Es gibt Menschen, bei denen jede Diät versagt, die aus verschiedensten Gründen krankhaft übergewichtig, sogenannt adipös sind. In solchen Fällen ist der chirurgische Eingriff zusammen mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten oft das letzte Mittel. Mit hohen Erfolgsquoten.


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6 Punkte, die Sie beim Abnehmen berücksichtigen sollten

  1. Es braucht eine innere und ehrliche Motivation.
  2. Setzen Sie sich ein realistisches Ziel. Es gibt keine «Traumfigur» innert ein paar Wochen.
  3. Es ist sehr wichtig, das jetzige Essverhalten zu analysieren. Essen Sie viel, wenn Sie Stress haben? Aus Langeweile? Wenn Sie frustriert sind? Oder schauen Sie während des Essens oft aufs Handy oder in den Fernseher? Essen sollte immer eine Hauptbeschäftigung sein.

  1. Versuchen Sie ganz bewusst mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.
  2. Wo sind Ihre Erfolgschancen am grössten? Würden Sie gerne mehr Sport treiben? Oder ist es einfacher für Sie, Ihre Ernährung umzustellen? Finden Sie es heraus.
  3. Rückschläge gehören dazu. Finden Sie einen guten Umgang damit.


Eines stellt Cornelia Albrecht, langjährige Leiterin der Ernährungsberatung am Bürgerspital Solothurn, gleich zu Beginn unseres Gesprächs klar: «Es ist gesünder, einige Kilos Übergewicht zu haben aber dafür einen gesunden Lebensstil zu pflegen, als rank und schlank zu sein und sich nie zu bewegen oder einseitig zu ernähren.» Übergewicht, so Albrecht weiter, lässt sich zwar sehr wohl mit dem Body-Mass-Index oder anderen Skalen definieren, entscheidend sei aber auch die Körperzusammensetzung und das eigene Körpergefühl.

Übergewicht entsteht, wenn die tägliche Kalorienaufnahme langfristig den Energieverbrauch des Körpers übersteigt. Zu wenig Bewegung, zu viele Kalorien, so die einfache Grundregel. «Jeder Mensch hat aber einen anderen Grundumsatz», so Cornelia Albrecht. Als Grundumsatz bezeichnet man die Anzahl Kalorien, die ein Mensch in völliger Ruhe verbrennt. «Deshalb ist es tatsächlich so, dass die einen Menschen mehr essen können, ohne an Gewicht zuzulegen, als andere.» Der Grundumsatz kann aber durch mehr Bewegung beziehungsweise eine grössere Muskelmasse erhöht werden.

«Hat eine Person Übergewicht und kommt zu uns in die Ernährungsberatung, so wird die Situation immer gesamthaft betrachtet», so Albrecht weiter. Man muss eine Jetzt-Analyse aufnehmen, das Umfeld miteinbeziehen und sich erkundigen, welche Diäterfahrungen der Patient bereits gemacht hat. Denn alle Patientinnen und Patienten, die zur Ernährungsberatung gehen, haben meist schon eine oder mehrere Diäten hinter sich und kennen den Jo-Jo-Effekt nur zu gut: Gewicht verlieren und gleich wieder zunehmen. Und sie ergänzt: «Bei den meisten Schnell-Diäten verliert der Körper vor allem Muskelmasse und Wasser, aber nur wenig Fett. Abnehmen und das Gewicht halten können erfordert darum mehr als eine Diätphase.» Gewöhnt man den Körper nicht über längere Zeit an eine Ernährungs- oder besser gesagt Lebensumstellung, so wird er am Ende einer Diät nämlich nur ein Ziel haben: seine Depots so rasch wie möglich wieder aufzufüllen.

 

Hände weg von diesen Diäten

  • Mehr als ein Kilo Gewichtsverlust pro Woche.
  • Einseitige Lebensmittelauswahl.
  • Wenn eine Erfolgsgarantie versprochen wird.
  • Wenn zur Diät hinzu Produkte verkauft werden.
  • Wenn die tägliche Energiezufuhr tiefer als 1500 Kalorien ist.

Der optimale Teller

Poster Optimaler Teller

Wussten Sie, dass…

… der Insulinspiegel dauernd erhöht ist, wenn jemand immer wieder kleine Mahlzeiten zu sich nimmt? Dies hindert den Körper daran, Fettdepots anzuzapfen. Erwachsene sollten deshalb regelmässige Esspausen von drei bis vier Stunden machen, damit der Fettstoffwechsel angekurbelt wird.

… Stress eine Ursache für Übergewicht ist?

… der Begriff «light» auf Lebensmitteln nicht gesetzlich definiert ist?

… Light-Produkte meistens fettreduziert sind? Fette geben jedoch ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Deshalb hat man meistens nach dem Verzehr von Light-Produkten rascher wieder Hunger und isst mehr davon.


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Prävention ernst nehmen

Der erste und wichtigste Auftrag eines Spitals ist, Kranke und Verunfallte zu behandeln. Menschlich, kompetent und rasch, unabhängig von sozialem Status oder Einkommen. Das ist eine wichtige Errungenschaft, welche das Schweizer Gesundheitswesen mit Bravour leistet.

Stoffwechselzentrum – ganzheitliches Vorgehen

Stoffwechselerkrankungen werden an allen Standorten der Solothurner Spitäler behandelt. Am Kantonsspital Olten aber entschied man sich vor knapp zwei Jahren zur Gründung eines Stoffwechselzentrums und holte damit alle Fachpersonen unter ein Dach. Warum?


Prävention ernst nehmen

Stoffwechsel

Prävention ernst nehmen

Der erste und wichtigste Auftrag eines Spitals ist, Kranke und Verunfallte zu behandeln. Menschlich, kompetent und rasch, unabhängig von sozialem Status oder Einkommen. Das ist eine wichtige Errungenschaft, welche das Schweizer Gesundheitswesen mit Bravour leistet.

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass gerade dort, wo Krankheiten mit hoher Kompetenz behandelt werden, auch Wissen weitergegeben wird. Wissen darüber, wie Krankheiten entstehen, wie sie mit der eigenen Lebensweise zusammenhängen und vor allem, wie sie verhindert werden können.

Gesundheitsinformationen sind ein zentraler Teil der Präventionsarbeit. Es ist deshalb wichtig, dass die Spitäler nicht nur behandeln, sondern auch informieren und aufklären – wie zum Beispiel mit diesem Magazin. Der Kanton Solothurn hat die Solothurner Spitäler mit einem Leistungsauftrag verpflichtet, sich besonders im Bereich Prävention zu engagieren. Auch auf Bundesebene wurde erkannt, wie wichtig Prävention in der Gesundheitsversorgung ist, da Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Adipositas zunehmen. Ziel ist es, Erkrankungsrisiken zu minimieren, den Behandlungsbedarf zu vermindern und Lebensqualität zu verbessern. Dies ist denn auch ein positiver Beitrag, um Behandlungskosten zu senken.

Susanne Schaffner, Gesundheitsdirektorin Kanton Solothurn


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Es gibt Menschen, bei denen jede Diät versagt, die aus verschiedensten Gründen krankhaft übergewichtig, sogenannt adipös sind. In solchen Fällen ist der chirurgische Eingriff zusammen mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten oft das letzte Mittel. Mit hohen Erfolgsquoten.

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Komplexe Krankheitsbilder

Diabetes und Adipositas können zahlreiche weitere Erkrankungen zur Folge haben. Fachärzte der Solothurner Spitäler erklären die häufigsten.

PD Dr. med. Lukas Zimmerli
Chefarzt Medizinische Klinik, Kantonsspital Olten

1

Sehr hohes Risiko bei Bluthochdruck

« Diabetes und Bluthochdruck sowie hohe Blutfettwerte vertragen sich in dieser Kombination sehr schlecht. Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt dadurch überproportional. Vor allem beim Diabetes mellitus Typ 2 wird oft ein hoher Blutdruck festgestellt. Deshalb sollten der Blutdruck und die Blutfettwerte in Absprache mit dem Arzt regelmässig kontrolliert werden. Bei zu hohen Werten hilft ein Abbau des Körpergewichts und vor allem regelmässige körperliche Bewegung. »

PD Dr. med. Stefan Farese
Leitender Arzt Nephrologie / Hämodialyse, Bürgerspital Solothurn

2

Nierenstörungen als Folge

« Bekannt ist, dass Diabetes zu Störungen der Nieren führen kann (Niereninsuffizienz), weniger bekannt ist jedoch, dass auch Adipositas und sogar schon leichtes Übergewicht zu Störungen der Nierenfunktionen führen kann. Oft spüren Patienten lange nichts, da Nieren nur wenig Schmerzfasern haben und lange keine Symptome hervorrufen. Deshalb gilt es bei Diabetes, Übergewicht und Blutdruck-Problemen auch an die Nieren zu denken und in Absprache mit dem Arzt regelmässig den Urin untersuchen zu lassen, um Schädigungen vorzubeugen.  »

Dr. med. René Lüthi
Leitender Arzt Angiologie, Kantonsspital Olten

3

Schwierige Wundversorgung

«Bei einem dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel oder einer schlechten Insulineinstellung können Blutgefässe und Nerven beschädigt werden. Am bekanntesten ist wohl das Symptom des diabetischen Fusses, wenn sich grosse Wunden am Fuss kaum mehr schliessen. Bei gut eingestelltem Diabetes treten offene Wunden, die sich nur schwer wieder schliessen, seltener auf. Wichtig ist, dass selbst schon kleine Wunden bei Diabetikern genau beobachtet und sofort richtig behandelt werden. Somit ist auch eine Heilung möglich.  »

Dr. med. Heinz Borer
Leitender Arzt Pneumologie, Bürgerspital Solothurn

4

Zu wenig Luft in der Nacht und bei Tag

«Bei übergewichtigen oder adipösen Menschen verengt sich der Rachenraum, was im Schlaf zu einem Verschluss der Atemwege und damit zur Schlafapnoe führen kann. Dadurch entstehen während des Schlafs Atempausen von teilweise weit über einer Minute, die Sauerstoffzufuhr zu den inneren Organen und zum Gehirn wird so vermindert, Bluthochdruck kann die Folge sein. Damit steigt das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Beim Adipositas-Hypoventilationssyndrom, das meist bei schwer adipösen Menschen vorkommt, ist die normale Atmung so stark eingeschränkt, dass es nicht nur zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff, sondern auch zu einer ungenügenden Abatmung von Kohlendioxid kommt, was zu einer Blutdruckerhöhung im Lungenkreislauf, zu Atemnot und Kopfschmerzen führt. »

Dr. med. Peter Spörri
Chefarzt Urologisches Kompetenzzentrum soH

5

Eingeschränkte Sexualität bei Mann und Frau

« Diabetes ist eine Krankheit, welche das Nervenund Gefässsystem beeinträchtigt, darunter auch die Blutgefässe im Penis, die beim Mann für die Erektion sorgen. Bei rund der Hälfte der männlichen Diabetiker kann es zu einer sogenannten erektilen Dysfunktion kommen. Ein weiterer Faktor für eine eingeschränkte Sexualität ist aber auch die psychische Belastung, welche die Krankheit mit sich bringen kann. Auch bei weiblichen Diabetikerinnen kann das sexuelle Empfinden eingeschränkt sein. Am wichtigsten ist es, mit der Partnerin oder dem Partner offen darüber zu sprechen – und sich nicht zu scheuen, das Thema auch mit dem Arzt oder der Ärztin anzugehen. Denn mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die helfen, wieder zu einer erfüllten Sexualität zu finden. »

Andreas Hofer, Adipositas-Patient, Jahrgang 1963

« Es war vor zehn Jahren, ich wog rund 170 Kilogramm und hatte einen Magenwandriss. Das führte zu einem Noteingriff im Spital Dornach. Mein damaliger Chirurg, Doktor Peter Vogelbach, machte mir klar, dass es so nicht weitergehen könne. Ich erhielt etwas später ein Magenband, welches mir nach fünf Jahren aber immer mehr Probleme bereitete. Ich nahm zwar 70 Kilogramm ab, konnte aber vieles nicht mehr essen. Letztes Jahr dann wurde mir das Magenband entfernt und ich nahm danach wieder zu. Nach einigem Zögern wurde mir im Januar 2018 ein Magenbypass operiert. Seither fühle ich mich als neuer Mensch. Ich kann fast wieder alles essen und habe keine Schmerzen mehr. Mittlerweile bin ich bei 139 Kilogramm, das Gewicht geht zwar langsam runter, aber stetig. Dankbar bin ich, dass meine Frau mit mir wieder ein normales Leben führen kann und sich nicht mehr alles um meine Ernährung dreht.»


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Leben mit der Versuchung

In manchen Phasen ihres Lebens hatte Anita Grolimund einen Body-Mass-Index von 38 – was als schwere Adipositas gilt. Heute ist die 35-Jährige normalgewichtig. Das Essen aber bleibt ein Dauerthema

Teser Labor

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Diabetes und Adipositas können zahlreiche weitere Erkrankungen zur Folge haben. Fachärzte der Solothurner Spitäler erklären die häufigsten.


Schlank werden dank Operation?

Stoffwechsel

Schlank werden dank Operation?

Es gibt Menschen, bei denen jede Diät versagt, die aus verschiedensten Gründen krankhaft übergewichtig, sogenannt adipös sind. In solchen Fällen ist der chirurgische Eingriff zusammen mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten oft das letzte Mittel. Mit hohen Erfolgsquoten.

Bis ein krankhaft übergewichtiger Mensch sich im Kantonsspital Olten einem chirurgischen Eingriff unterziehen kann, muss er oder sie einige Kriterien erfüllen. Er muss nebst einem Body-Mass-Index von mehr als 35 kg/m2 nachweisen, dass er mindestens zwei Jahre lang mit anderen Mitteln versuchte abzunehmen und er muss sich einverstanden erklären, nach dem Eingriff über fünf Jahre hinweg regelmässig zur Kontrolle zu kommen. Unterstützend soll sich der Patient an Ernährungspläne halten und an Programmen beteiligen, die ihm helfen, das Gewicht, das er verlieren wird, zu halten.

Seit über 40 Jahren werden mittlerweile sogenannte bariatrische Eingriffe vorgenommen, welche das Ziel haben, Magen und Darmtrakt so zu gestalten, dass weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Anfangs der 2000er-Jahre wurde vor allem das Magenband eingesetzt. «Heute ist mit rund 80 Prozent der häufigste bariatrische Eingriff, den wir am Kantonsspital Olten durchführen, der Magenbypass, also die Umgehung des Magens. Bei rund 20 Prozent der Patienten führen wir einen sogenannten Schlauchmageneingriff durch, bei dem der Magen verkleinert wird», so Dr. med. Urs Pfefferkorn, Leitender Arzt Bariatrische Chirurgie am Kantonsspital Olten. Welche Methode zur Anwendung kommt, hängt unter anderem von der Vorgeschichte und den körperlichen Voraussetzungen des Patienten ab.

Der Entscheid für einen operativen Eingriff wird immer im Team und immer zusammen mit der Patientin oder dem Patienten gefällt. «Wir brauchen die Zusicherung des Patienten», so Urs Pfefferkorn, «dass er mitmacht bei der Vorbereitung wie auch bei den Nachkontrollen». Der Eingriff selbst erfolgt minimalinvasiv, durch die sogenannte Schlüssellochchirurgie. Trotzdem handelt es sich um eine grössere Operation und es gibt ein Risiko für Komplikationen, da an den inneren Organen operiert wird. Die Komplikationsrate ist jedoch sehr gering. «Wichtig ist, mit dem Patienten offen zu kommunizieren und ihm alle Möglichkeiten und Konsequenzen aufzuzeigen», fügt Urs Pfefferkorn an.

Die Erfolgsquoten geben der bariatrischen Chirurgie Recht: Die meisten der Operierten können anschliessend im Schnitt etwa 30 Prozent ihres Körpergewichts verlieren und auch dank den begleitenden Massnahmen das erreichte Gewicht halten. Nebst der Operation braucht dies Disziplin und die Bereitschaft für eine Veränderung der Lebensgewohnheiten. Der bariatrische Eingriff wird deshalb nie ein Eingriff werden, um schnell mal ein paar Kilos loszuwerden. Urs Pfefferkorn formuliert es so: «Was wir in der bariatrischen Chirurgie machen, hat rein gar nichts mit Schönheitsoperationen zu tun. Wir operieren Patienten, die oft bereits zahlreiche Folgeerkrankungen haben und durch ihre Adipositas stark eingeschränkt sind in ihrem Leben.»

Fakten

Übergewicht Schweiz
Männer 39,3 Prozent  –  davon 11,2 Prozent adipös
Frauen 22,6 Prozent  –  davon 9,4 Prozent adipös
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (2012)

Übergewicht Kinder
Grundstufe 11,1 Prozent  –  davon 2,7 Prozent adipös
Mittelstufe 16,5 Prozent  –  davon 3 Prozent adipös
Oberstufe 21,5 Prozent  –  davon 4,8 Prozent adipös
Alle Schulstufen 16,4 Prozent  –  davon 3,5 Prozent adipös
Quelle: Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz

Übergewichtige Stellungspflichtige
19 Prozent der Stellungspflichtigen in der Schweiz sind nach
WHO übergewichtig, davon 6 Prozent adipös. Der Kanton
Solothurn weist zusammen mit Basel-Stadt, Basel-Landschaft
und dem Kanton Uri die höchsten Raten aus.
Quelle: Universität Zürich


Normaler Magen

Ein bariatrischer Eingriff, also die Operation eines Magenbypasses oder Schlauchmagens, gilt als Eingriff der Hochspezialisierten Medizin und ist strengen Zulassungskriterien unterworfen. Das Kantonsspital Olten verfügt über diese Zulassung. Dazu braucht es nebst zahlreichen anderen Bedingungen auch ein Team aus Fachärzten, welches den Patienten vor und nach der Operation betreut:
  • Bariatrisch tätiger Chirurg
  • Facharzt für Allgemeine Innere Medizin / Endokrinologie
  • Psychiater
  • Ernährungsberater
  • Physio- oder Bewegungstherapeuten


Magenbypass

Direkt unterhalb der Einmündung der Speiseröhre in den Magen wird dieser abgetrennt und so eine kleine Magentasche gebildet, an die der Dünndarm verbunden wird. So wird die Nahrung am Magen vorbeigeleitet. Die aus dem Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse und Galle kommenden Verdauungssäfte werden weiter unten durch eine weitere Verbindung zwischen Darm und Darm wieder zugeleitet.

 

+ Häufig vorgenommener Eingriff, hohe Erfolgsquote, gute langfristige Resultate
+ Bessere Wirkung auf Begleiterkrankungen wie etwa Diabetes
– Grösserer Eingriff in die Physiologie des Menschen


Schlauchmagen

Der Magen wird von der Speiseröhre bis zum Ausgang auf einen Schlauch verkleinert, der Restmagen wird entfernt. Durch das geringere Magenvolumen führt dies zu einer raschen Sättigung. Die Operationstechnik ist weniger lange erprobt als diejenige des Magenbypasses, die kurzfristige Erfolgsquote bezüglich Gewichtsabnahme etwa gleich hoch.

 

+ Nährstoffe können besser aufgenommen werden, da der Darm nicht verändert wird.
– Kann zu einem Reflux führen (saures Aufstossen durch hochkommende Magensäfte)



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Leben mit der Versuchung

NORMAL BIS ÜBERGEWICHTIG

Leben mit der Versuchung

In manchen Phasen ihres Lebens hatte Anita Grolimund einen Body-Mass-Index von 38 – was als schwere Adipositas gilt. Heute ist die 35-Jährige normalgewichtig. Das Essen aber bleibt ein Dauerthema.

Es war eine äusserst liebenswürdige Geste, als uns die Mitarbeiterin des Spital-Restaurants zwei Erdbeertörtchen offerierte. «Sehr gerne» sagte ich, als ich mit meiner Interviewpartnerin absitzen wollte. «Nein danke» sagte meine Interviewpartnerin Anita Grolimund – aber nur halblaut. Ein Geschenk lehnt man schliesslich nicht ab. Und danach standen sie auf dem Tisch und wir begannen unser Gespräch.

Anita Grolimund macht nicht den Eindruck einer Frau, die mit ihrem Selbstbewusstsein hadert. Eine offene, freundliche Person, die bereit ist, über ihren Kampf mit dem Gewicht zu erzählen. Mutig also dazu.

Leben mit der Versuchung In manchen Phasen ihres Lebens hatte Anita Grolimund einen Body-Mass-Index von 38 – was als schwere Adipositas gilt. Heute ist die 35-Jährige normalgewichtig. Das Essen aber bleibt ein Dauerthema. Der Kampf mit dem eigenen Gewicht fing bei Anita Grolimund etwa in der fünften Klasse an. Ganz genau mag sie sich nicht mehr erinnern. Sie sei eher eine schwache Schülerin gewesen, sagt sie, die Geschwister hätten gute Noten nach Hause gebracht, sie nicht. Leistungsdruck. Nicht nur von aussen, sondern vor allem der eigene. Sie hat Ziele.

«Vor sieben Jahren wog ich 108 Kilogramm und hatte schon einige Diäten hinter mir. Es ging nicht mehr so weiter. Zusammen mit meiner Schwester, die auch mit dem Gewicht kämpfte, besuchte ich eine Informationsveranstaltung von WeightWatchers. Wir waren begeistert von der Leiterin des Programms, menschlich wie fachlich. Das Programm funktioniert ganz einfach mit Punkten und vor allem auch mit regelmässiger Beratung. Nach drei Jahren hatte ich 30 Kilogramm Gewicht verloren. Ein Riesenerfolg! Ich fühlte mich gut. Dann wurde meine Schwester schwanger und hörte mit dem Programm auf, ich auch. Innert einem Jahr war ich wieder über 100 Kilo.»

Anita Grolimund wurde unzufrieden. Ihre Mutter schickte sie ins Stoffwechselzentrum des Kantonsspitals Olten, sie wollte wissen, ob eine Schilddrüsenfunktionsstörung vorliege. Die Resultate waren negativ, alles war in Ordnung. Im Spital wurde die Frage nach einem chirurgischen Eingriff diskutiert. Einiges sprach dafür, mehr dagegen. Der Chirurg riet ihr von der Operation ab. Gleichzeitig hatte Anita Grolimund depressive Schübe, war in Behandlung, erhielt Antidepressiva, die sie nun wieder absetzt. Studien gehen davon aus, dass rund 70 Prozent der adipösen Patienten unter Depressionen leiden. Man weiss auch, dass Psychopharmaka als Nebenwirkung das Gewicht negativ beeinflussen können.

«Im Stoffwechselzentrum kam ich zu Dr. Rudofsky in die Behandlung. Ohne ihn hätte ich es nie geschafft, wieder abzunehmen. Er berät mich, er gibt mir einen Tritt in den Hintern, wenn ich es nötig habe, er motiviert mich und nimmt Anteil. Diese Begleitung ist enorm wichtig für mich.»

Vor rund drei Jahren erarbeiteten Fachpersonen des Stoffwechselzentrums mit Anita Grolimund eine Ernährungsumstellung, die sie mit Erfolg umsetzt. Sie wiegt heute 80 Kilo, was ein gutes Gewicht ist. Anita Grolimund ist aber eine Perfektionistin. Geht sie an Wettkämpfe der Highland-Games, will sie gewinnen. Bei der Arbeit in der Buchhaltungsabteilung einer Immobilienverwaltung achtet sie sehr darauf, keine Fehler zu machen. Und wenn sie Gewicht verliert, will sie es halten können. Trotz des grossen Erfolgs, wieder dreissig Kilogramm leichter zu sein, hat sie zurzeit wieder grosse Zweifel, da sie in den vergangenen Wochen drei Kilogramm zugenommen hat.

«Ich bin zurzeit sehr zufrieden mit meinem Leben. Ich bin frisch verliebt, die Arbeit macht mir Freude und ich habe mit der schottischen Sportart Highland-Games endlich einen Sport gefunden, der mir Spass macht. Ausdauersport hatte ich einige Male versucht, das ist leider nichts für mich. Bogenschiessen, was ich schon lange mache, ist ja nicht wirklich ein Sport. Aber bei den Highland-Games, kann ich meine Kraft einsetzen. Die Disziplinen Baumstammwerfen oder Steinstossen liegen mir, da bin ich voll dabei.»

Die Erdbeertörtchen aber, die stellte ich während des Gesprächs weg. Denn die Verlockung ist immer da.

Mit schottischen Highland-Games hat Anita Grolimund endlich eine Sportart gefunden, die ihr Spass macht.


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Ohne Last ins Leben

Übergewicht bei Kindern liesse sich mit einfachsten Methoden bekämpfen. Liesse. Denn zentral dabei ist oft die Vorbildrolle der Eltern – und die Tatsache, dass sich Kinder immer weniger bewegen.

Prävention ernst nehmen

Der erste und wichtigste Auftrag eines Spitals ist, Kranke und Verunfallte zu behandeln. Menschlich, kompetent und rasch, unabhängig von sozialem Status oder Einkommen. Das ist eine wichtige Errungenschaft, welche das Schweizer Gesundheitswesen mit Bravour leistet.