Neue Medizinstrategie

Nachsorge als Teil der Strategie

Die Solothurner Spitäler haben eine neue Medizinstrategie. Eines der Ziele ist, das Gesundheitsnetzwerk der Solothurner Spitäler auszubauen. Was heisst das genau?

Wer stehen bleibt, verliert. Das gilt insbesondere im Gesundheitswesen, wo im Moment kaum ein Stein auf dem anderen bleibt. Deshalb hat der Verwaltungsrat der soH Anfang 2022 beschlossen, eine neue Medizinstrategie zu erarbeiten. Entwickelt wurde sie von der Ärztlichen Direktorin Dr. med. Katharina Rüther-Wolf in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden. «Im Kern geht es darum, dass die Solothurner Spitäler auch in der Zukunft ein breites Spektrum an medizinischen Leistungen in hoher Qualität abdecken und innerhalb des Kantons anbieten können», so Katharina Rüther-Wolf

Höhere Qualität
An allen drei Spitalstandorten Olten, Solothurn und Dornach wird die sogenannte erweiterte Grundversorgung angeboten. Diese beinhaltet zum Beispiel eine Notaufnahme, die 24 Stunden am Tag geöffnet ist, eine Allgemeine Chirurgie und eine Allgemeine Innere Medizin. Dadurch bleibt die medizinische, aber auch psychiatrische Grundversorgung im gesamten Kanton weiterhin erhalten. Abgerundet wird das Angebot durch zusätzliche Kompetenzzentren wie etwa das Darmkrebszentrum am Bürgerspital Solothurn oder das Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie am Kantonsspital Olten. Die Behandlungszentren sind zertifiziert und genügen dadurch höchsten Qualitätsansprüchen. «So kann die Sprechstunde zum Beispiel wohnortsnah erfolgen, die Behandlung wird dann aber in einem zertifizierten Zentrum vorgenommen», so Katharina Rüther-Wolf weiter.

Netzwerk wird verstärkt
Als weiterer Schwerpunkt der Medizinstrategie soll das Gesundheitsnetzwerk im Kanton Solothurn gestärkt werden. Gerade betagte Patientinnen und Patienten sind meist bereits in einem Versorgungsnetzwerk eingebunden: Sie werden zu Hause von der Spitex betreut oder sind aufgrund ihres Bluthochdrucks regelmässig bei der Hausärztin. Für die Behandlung im Spital ist es nun sehr wichtig, dass alle diese sogenannten vor- und nachgelagerten Institutionen in engem Austausch mit der soH stehen. «Je besser die Koordination im Gesundheitsnetzwerk erfolgt», sagt Katharina Rüther-Wolf, «desto zielgerichteter können Patienten behandelt werden und desto rascher können sie auch wieder nach Hause in ihre gewohnte Umgebung». Deshalb ist die Verstärkung dieses Netzwerks ein weiteres strategisches Ziel.


Offene Teamkultur

Eine Institution kann sich nur dann entwickeln, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezogen und gehört werden. So findet an täglichen Sitzungen etwa ein Teamaustausch statt, an sogenannten Huddles wird unter Einbezug aller Berufe die Tagesplanung einer Station besprochen oder ein anonymes Meldesystem für Fehler (CIRS) hilft, laufend Standards zu überarbeiten oder Verbesserungen in die Wege zu leiten.


Was denken Sie?

Auch Ihre Meinung ist gefragt. Wie haben Sie den Aufenthalt erlebt? Was können die Solothurner Spitäler besser machen? Wie gut war die Kommunikation? Haben wir etwas vergessen? Treten Sie mit uns in einen Dialog. Mündlich vor Ort oder per Formular auf www.solothurnerspitaeler.ch.


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