Mann hält sich die schmerzhafte Schulter

Schulterschmerzen - was tun?

Mann hält sich die schmerzhafte Schulter

UNSPEZIFISCHE SCHULTERSCHMERZEN

Schulterschmerzen – was tun?

Schmerzen in der Schulter können bei verschiedenen Situationen auftreten. Vielleicht verspüren Sie diese nach einer ungewohnten Belastung oder bei bestimmten Bewegungen. Nicht selten ist der Auslöser unklar. Die Physiotherapie am Bürgerspital Solothurn weiss Rat.

Im Video erfahren Sie:

  • wodurch Schulterschmerzen ausgelöst werden
  • in welchen Situationen der Schmerz spürbar sein kann
  • weshalb Sie verordnete Schmerzmittel einnehmen sollten
  • wie lange Sie Ihre Schulter schonen sollten
  • wann Sie eine Besserung erwarten können

Zudem zeigen wir Ihnen drei einfache Übungen für zu Hause. Die Hauptziele dieser Übungen sind:

  • Schmerzlinderung
  • Verbesserung der Belastbarkeit und Bewegungsqualität der Schulter
  • Erweiterung der Bewegungsmöglichkeiten


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Daniel Birrer ist Leiter der Sportpsychologie der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen EHSM. Im Interview spricht er über die Gefahren der Sportsucht.

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Hohes Engagement im Alltag zugunsten des Patienten? Etwas ganz Alltägliches. In verschiedensten Abteilungen. Auf diverse Arten. Stellvertretend dafür zwei Berichte über Pflegefachfrauen, die einfach mal etwas Anderes umsetzten und wortwörtlich Bewegung ins Spiel bringen wollten. Die Summe solcher kleinen Schritte hat grosse Wirkung – für den Patienten sowie für das Spital.


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SPORTSUCHT

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Daniel Birrer, wie oft kommt Sportsucht vor?

Bei der Sportsucht handelt es sich um eine substanzunabhängige Verhaltensstörung. Zahlen zu Verhaltenssüchten sind schwierig zu schätzen. Deutsche Kollegen gehen davon aus, dass etwa jeder 100. Sportler vereinzelte Auffälligkeiten hat, jeder 1000. Sportler manifeste Störungsmerkmale aufweist und jeder 10’000. Sportler behandlungsbedürftig ist. Das sind natürlich grobe Schätzungen. Eine neuere Studie mit Ausdauersportlern geht davon aus, dass 4.5 % der Befragten zumindest sportsuchtgefährdet sind.

Wie zeigt sich die Sucht?

Verhaltenssüchte sind durch wiederholte, impuls- und zwanghafte Handlungen ohne vernünftige Motivation gekennzeichnet. Sie können nicht kontrolliert werden und entsprechen meist nicht den Interessen der Betroffenen und deren Umfeld. Im Falle der Sportsucht bedeutet das, dass die betroffene Person dem Impuls nicht widerstehen kann, sich zu bewegen und Sport zu treiben. Sie fühlt sich angespannt und erfährt durch Sport ein Gefühl der Erleichterung. Zudem hat Sport treiben generell viele positive physische und psychische Aspekte. Die positiven physischen Aspekte, z. B. auf das Herz-Kreislaufsystem, sind hinlänglich bekannt. Die positiven psychischen Aspekte weniger, beispielsweise die Verbesserung des Stimmungshaushalts, Steigerung des Kompetenzerlebens und des Selbstwerts. «Sich gut, leistungsfähig und wertvoll fühlen» ist natürlich sehr positiv.

Wo liegen die Gefahren?

Es gibt verschiedene Gefahren. Doch man muss zwischen einer Sportsuchtgefährdung und einer erkennbaren Störung unterscheiden. Man spricht von einer Sucht, wenn folgende Merkmale bestehen:

  • Die betroffene Person kann Verpflichtungen in verschiedenen Lebensbereichen nicht mehr nachgehen. Sie ist beispielsweise am Arbeitsplatz abwesend, erreicht nur noch eine verminderte Arbeitsqualität oder nimmt familiäre Verpflichtungen aufgrund der Sporttätigkeit nicht mehr wahr.
  • Das Sporttreiben führt zu physischen Schädigungen.
  • Sport wird trotz Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich oder physischen Problemen impulsartig weiter betrieben. Die Betroffenen können nicht aufhören oder sind unfähig, die Dosis zu verkleinern.
  • Eine Gewöhnung führt dazu, dass die Dosis erhöht werden muss. Somit muss man immer mehr Sport treiben, um die positiven Effekte zu erleben.
  • Wenn man nicht mehr oder nur noch weniger Sport treiben kann, führt dies zu Entzugserscheinungen: Reizbarkeit, Spannungen, Ruhelosigkeit, Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle etc.

Sportsucht wird in den Klassifikationssystemen für medizinische Diagnosen nicht als eigenständige psychische Störungskategorie geführt. Das ist aus meiner Sicht korrekt. Problematisch wird das zwanghafte Sporttreiben nämlich vor allem in Verbindung mit anderen psychischen Störungen, wie etwa Anorexie, Bigorexie oder Persönlichkeitsstörungen. Sport wird dann mit der Absicht, Figur oder Gewicht zu kontrollieren oder zu verändern, betrieben. Die Betroffenen versuchen, ein zwanghaftes positives Selbstbild aufrecht zu erhalten.

Wie wird Sportsucht therapiert?

Wir haben bei uns in Magglingen keine Erfahrungen mit Sportsucht. In der Regel wird Sportsucht wie die anderen Verhaltenssüchte therapiert. Dies sind unter anderem Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie, Akzeptanz-Commitment-Therapie und achtsamkeitsbasierter Verhaltenstherapie. Von Vorteil ist natürlich, wenn die Therapeuten ein gewisses Verständnis für Sport und Sporttreiben mitbringen. Mittlerweile gibt es einige Einrichtungen in der Schweiz, welche dafür sensibilisiert sind.


Daniel Birrer

ist Leiter der Sportpsychologie der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen EHSM. Die Sportpsychologie in Magglingen befasst sich mit dem Wahrnehmen, Denken und Verhalten von Leistungssportlern. Das Augenmerk liegt auf der ganzheitlichen Betrachtung zwischen psychischen Faktoren und der sportlichen Leistung,


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Kleine Schritte, grosse Wirkung

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KINÄSTHETIK

Kleine Schritte, grosse Wirkung

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Isabella Schwab geht in schnellen Schritten

Isabella Schwab,
dipl. Pflegefachfrau HF

überträgt ihre Bewegungsfreude auf die Patientinnen.

Im Spital verbringen Menschen 17 bis 20 Stunden liegend im Bett. Dies führt zu einem erhöhten Risiko für ein Delir, eine Pneumonie oder einen Sturz. Dem Phänomen „Epidemie des Bewegungsmangels“ wirkt die soH aktiv dagegen.

Beeindruckend im negativen Sinn ist die Abnahme der Mobilität, sobald der Patient liegt. Denn Einschränkungen der Bewegungen hat direkten Einfluss auf den Kreislauf aber zum Bespiel auch auf das subjektive Wohlbefinden. „Raus aus dem Bett“ ist daher eine tägliche Aufgabe für den Patienten; unterstützt durch die Pflege.

Isabella Schwab beschreibt sich selbst als Bewegungsmenschen. In Bewegung sind auch die Prozesse und diverse Projekte hinsichtlich des Umzugs in den Neubau. Kurzum: Auf ihrer Abteilung ist viel los. Neben dem anspruchsvollen Alltag, notabene. Gleichwohl hat Isabella Schwag ein Projekt umgesetzt: „Donnerstag ist Bewegungstag.“ Jeden Donnerstag plant die Bezugspflegende gemeinsam mit dem Patienten, welche Aktivität nun täglich angegangen wird. Ans Patientenboard wird zur Erinnerung ein entsprechendes Symbolbild gehängt, im Pflegerapport erfolgt der entsprechende Eintrag. Ab nun gilt es, sich bis zum nächsten Bewegungstag an die Abmachung zu erinnern und das gewählte Programm auch zu absolvieren.


Antje Wendler mobilisert einen Patienten

Antje Wendler,
dipl. Pflegefachfrau HF

mobilisiert gemeinsam mit den Patienten regelmässig Gelenke und Muskeln, um ihnen die Funktionen wieder bewusst zu machen.

Stürze vermeiden heisst Sicherheit und Vertrauen ins eigene Bewegungsrepertoire zu haben. Mit täglichen Übungen will dies Antje Wendler bei ihren sturzgefährdeten Patienten wiederherstellen.

„Umgheie“ – einfach gesagt

Das Kind weiss, wie es sich anfühlt, wenn es hinfällt. Es hat sich die Fähigkeit erarbeitet, stürzen zu können. Genauso kann es nach dem Sturz wiederum vom Boden aufstehen. Die Erwachsenen haben beides vergessen und verdrängt: Sie können weder stürzen noch sich in Sturzsituationen behaupten. Gerade bei Menschen mit Sturzängsten ist dies ein klarer Nachteil.

Bewegung erlernen als Prophylaxe

Für Menschen im Spital mit Sturzängsten, Patienten mit CVI oder Delir ist diese abhanden gekommene Fähigkeit wiederum von grosser Bedeutung. Als Mitglied der Fachgruppe Kinaesthethik hat Antje Wendel auf ihrer Station entsprechende Massnahmen eingeführt. So absolviert sie mit Sturzgefährdeten ein Programm, damit diese mittels selbstkontrollierter Erfahrung das Aufstehen wieder erlernen. Mit einem klaren Mehrwert: Die Erweiterung der Bewegungskompetenz, so zeigen Studien, ist die effektivste Sturzprophylaxe.


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Verhängnisvolles Kribbeln im Fuss

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PATIENTENPORTRÄT

Verhängnisvolles Kribbeln im Fuss

Edith Esch, 69 Jahre alt, hatte schon einige Male in ihrem Leben Rückenschmerzen, die aber wieder von alleine verschwanden. Diesmal aber spürte sie Lähmungen im Bein. Ein Teil der Bandscheibe drückte auf den Nerv.

«Mein Puls war auf 180. Aber nicht, als der Unfall passierte und ich mir an Ostern beim Hacken im Garten einen Bandscheibenvorfall zugezogen hatte. Mein Puls war auf 180, als ich in den Operationssaal gebracht wurde, kurz vor der Narkose. Obwohl ich mich noch nie so sehr auf einen Spitalaufenthalt gefreut hatte.

Doch von Anfang an. Ich dachte zuerst an einen Hexenschuss, als ich bei der Gartenarbeit plötzlich einen Schmerz im Rücken verspürte. Im Vergleich zum Hexenschuss verschwand dieser Schmerz aber auch nach ein paar Tagen nicht. Ausserdem hatte ich ein Kribbeln im Fuss und begann zu hinken. Ich ging zum Hausarzt, der mich zur MRT-Untersuchung schickte. Die Diagnose war rasch klar: Ein Bandscheibenvorfall, der operiert werden müsse, wollte ich nicht weiterhin hinken. Mein Hausarzt empfahl mir, auch wenn wir in Läufelfingen im Kanton Basel-Landschaft sind, den Eingriff im Kantonsspital Olten vorzunehmen, die Solothurner Spitäler hätten einen guten Ruf in der Wirbelsäulenchirurgie.

Ich war sehr froh, als ich rasch einen Termin für die Operation bekommen und die Aussicht hatte, irgendwann wieder schmerzfrei zu werden. Der Eingriff selbst dauerte nur eine Dreiviertelstunde, danach blieb ich einige Tage im Spital und darf nun sechs Wochen lang nichts heben, das schwerer als fünf Kilogramm ist. Das muss man sich im Alltag gut einprägen – denn mehr als fünf Kilo hat man schnell einmal in der Hand. Mein Mann und meine Nachbarn helfen mir, wo sie können. Nach dem zweiten Tag zu Hause konnte ich bereits die Schmerzmittel absetzen.

Rückblickend denke ich, dass Vertrauen wichtig ist. Das Vertrauen in den Arzt aber auch das Vertrauen, dass man wieder gesund werden kann. Und dann darf man, wenn man ins Spital kommt, ruhig auch einmal loslassen. Das hilft.»sie Lähmungen im Bein. Ein Teil der Bandscheibe drückte auf den Nerv.

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall, auch Diskushernie genannt, wölbt sich ein Teil der Bandscheibe nach hinten und drängt in den Nervenkanal. Möglich ist auch, dass gallertartige Masse aus der Bandscheibe austritt und direkt auf den Nerv drückt. «Die allermeisten solcher Fälle werden nicht operiert, sondern konservativ behandelt», sagt Dr. med. Stephan Marx, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie der Solothurner Spitäler. Eine Ausnahme bilden Patienten mit Symptomen wie sehr starke Schmerzen oder Lähmungserscheinungen in den Beinen oder der Schliessmuskulatur. In solchen Fällen ist ein rascher operativer Eingriff angezeigt. Am häufigsten treten Bandscheibenvorfälle bei Männern zwischen 30 und 50 Jahren auf. «Da die ältere Bevölkerung heutzutage aber teils bis 80 Jahre sehr aktiv bleibt, behandeln wir immer mehr auch betagtere Patienten», so Stephan Marx.


Prävention

  • Trainieren Sie Ihre Rücken- und Bauchmuskulatur mit geeigneten Übungen.
  • Achten Sie darauf, schwere Gegenstände nur aus der Hocke mit geradem Rücken zu heben.
  • Sorgen Sie bei Büro- oder Haushaltstätig-keiten für eine aufrechte und entspannte Rückenposition.
  • Unterbrechen Sie lange Sitzphasen, indem Sie sich bewegen.


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SPORTVERLETZUNGEN

Wenn die Leiste schmerzt

Leistenschmerzen sind für Sportler ein häufiger Grund, den Arzt zu konsultieren. So klar der Schmerz lokalisiert werden kann, so verschieden sind aber die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Schmerzen in der Leiste können sowohl den anspruchsvollen Spitzenathleten wie auch den Hobbysportler genau gleich betreffen. Leisten-schmerz ist aber nicht gleich Leistenschmerz. Es gibt sehr viele Symptome und noch mehr verschiedene Ursachen. Chronische Leistenschmerzen können zu einem hohen Leidensdruck und verminderter Leistungsfähigkeit führen oder bei Spitzensportlern auch das Karriereaus bedeuten.

Schwierige Diagnose

Zur Bestimmung, was die Ursache der sogenannten Sportlerleiste sein könnte, sind das Arzt-Patienten-Gespräch und die körperliche Untersuchung entscheidend. Um Verletzungen bei Bändern, Muskeln oder Sehnen feststellen zu können, sind meistens auch radiologische Bildgebungen nötig.

Unterschieden wird der Leistenschmerz in drei Hauptkategorien:

  1. Verletzungen von Bändern, ­Muskeln oder Sehnen um die Leistenregion.
  2. Verletzungen des Hüftgelenks.
  3. Sonstige Ursachen wie Leistenbruch, Verletzung der Wirbelsäule, urologische oder gynäkologische Krankheiten und anderes.

Behandlungsmöglichkeiten

Grundsätzlich sollte nebst einer guten Abklärung nie vorschnell operiert werden. Gerade bei Leistenschmerzen, die auf Verletzungen von Bändern, Muskeln oder Sehnen zurückzuführen sind, lohnt es sich, als Erstes auf manuelle Behandlungen aber auch physiotherapeutisches Training über mehrere Wochen zu setzen. Erst wenn keine Besserung eintritt, sollte eine chirurgische Lösung ins Auge gefasst werden, die dann aber gute Erfolgschancen haben kann. Meist führt die interdiszipli­näre Behandlung aus Sportmedizin, Orthopädie und Hernienchirurgie zur richtigen Lösung. Zögern Sie deshalb nicht, bei dauernden Schmerzen in der Leiste einen Arzt aufzusuchen.


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«Ein unbeschreiblicher Schmerz»

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BRUCH DES SCHULTERGELENKS

«Ein unbeschreiblicher Schmerz»

Céline Bürgi dachte am 30. Dezember 2019 beim Aufstehen wohl kaum daran, dass sie an diesem Tag von Adelboden via Frutigen ins Bürgerspital Solothurn gebracht werden sollte. Der Schultergelenksspezialist Dr. med. Ulf Riede aber genau so wenig.

«Ich hatte am Morgen früh ein ungutes Gefühl und sagte meinem Mann, dass ich heute lieber mit meiner Freundin einen Spaziergang machen wolle anstatt auf die Skipiste zu gehen. Wir waren zwischen Weihnachten und Neujahr für einige Tage in Adelboden am Skifahren. Dann, auf einem vereisten Wanderweg, rutschte ich aus und fiel heftig auf meinen Ellbogen. Es war ein unbeschreiblicher Schmerz! Ich konnte weder aufstehen noch konnte ich mich zum nahen Restaurant schleppen. Meine Freundin alarmierte den Rettungsdienst, Wanderer kamen zu Hilfe. Der Versuch, mich über den vereisten Weg ins Ambulanzfahrzeug zu tragen, scheiterte. Drei Stunden später kam die Rettungsflugwacht. Der Arzt gab ich mir ein starkes Schmerzmittel, ab da bekam ich kaum mehr mit, was vor sich ging.

Im Spital Frutigen hatten sie alle Hände voll zu tun. Nach einem Röntgen war klar, dass ich mir einen komplizierten Bruch des Schultergelenks zugezogen hatte. Es folgte die Verlegung ins Bürgerspital Solothurn, eine Computertomografie wurde gemacht. Nach einer Nacht, in der ich vor Schmerzen kaum schlafen konnte, wurde ich am nächsten Morgen um 7 Uhr in den Operationssaal gebracht. Es hiess, der Schulterspezialist des Bürgerspitals, Doktor Riede, werde aus den Ferien anreisen, um mich zu operieren. Gesehen habe ich ihn nicht, er rief mich nach der Operation aber mehrmals an, um sich nach mir zu erkundigen.

Heute, fast ein halbes Jahr nach dem Unfall, kann ich meine Schulter wieder ziemlich gut bewegen und bin so gut wie schmerzfrei. Der Weg dahin war aber lang. Ich freue mich, dass ich schon bald wieder Tennis spielen kann. Rückblickend darf ich sagen, dass ich mir eine bessere medizinische Betreuung nicht hätte wünschen können.»

Céline Bürgi, Juristin, Solothurn

Das Schultergelenk

Die Bewegungsfreiheit der Schulter lernt man erst richtig schätzen, wenn sie eingeschränkt ist. Die Schulter ist das einzige Gelenk des Körpers, welches eine Rundbewegung ausführen kann, kaum eine Bewegung des Oberkörpers ist ohne Schulter möglich. Das Schultergelenk wird vor allem durch Muskeln stabilisiert und weist im Vergleich zum Knie weniger Bänder auf, die das Gelenk verstärken. Daher ist die Schulter auch verletzungsanfälliger als andere Körpergelenke.

«Ich war mit der Familie im Engadin in den Skiferien, als ich angepiept wurde. Es gehe um den Fall einer jungen Patientin mit einem komplexen Bruch des Oberarmkopfs der Schulter, ein sogenannter mehrfragmentärer Trümmerbruch oder in der Fachsprache: proximale Humerusfraktur. Die meisten dieser Frakturen müssen nicht operiert werden und verheilen mit guter Therapie von alleine. Nachdem ich aber die radiologischen Bilder erhalten hatte, war klar, dass dieser Bruch rasch operiert werden musste. In den Solothurner Spitälern verfolgen wir den Grundsatz, dass jeder Leitende Arzt ein Organ zu seinen Spezialgebieten zählt, denn nur so erreichen wir gute Operations-ergebnisse. Deshalb war es klar und richtig, dass ich als Schulterspezialist hinzugezogen wurde. Ein Anruf am Wochenende oder während den Ferien kommt glücklicherweise selten vor.

Als ich am 31. Dezember frühmorgens aus dem Engadin anreiste, war die Patientin bereits im Operationssaal und ich konnte den Eingriff ohne Komplikationen durchführen. Am Nachmittag stand ich bereits wieder mit meinem Sohn auf der Skipiste. Für die Nachkontrolle telefonierte ich mit der Patientin und begutachtete die weiteren Röntgenbilder online. Die Rehabilitationszeit bei Schulterfrakturen darf nicht unterschätzt werden. Dazu gehört eine gute und kompetente Physiotherapie, die genauso so wichtig ist wie die Arbeit des Chirurgen. Das muss Hand in Hand gehen.»

Dr. med. Ulf Riede, stv. Chefarzt Orthopädie, Schwerpunkt Schulter und Ellbogengelenk

Ulf Riede sitzt auf einem farbigen Stuhl

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SCHMERZEN DURCH ARTHROSE

Kontrolliertes Bewegen mit Schmerzen

Arthrose ist eine häufige Erkrankung bei Personen über 60 Jahre und kann den Alltag stark einschränken. Ein neues, bestechend einfaches Therapieprogramm zeigt nun aber grosse Erfolge.

Jede vierte Person in der Schweiz leidet unter Arthrose und hat dadurch leichte bis sehr starke Schmerzen. Die Schmerzen können sowohl in ruhendem Zustand auftreten als auch bei der Bewegung. Am häufigsten sind der Bereich der Hüfte oder das Knie betroffen (siehe Kasten «Was ist Arthrose?»).

Arthrose gilt als unheil- aber behandelbar. Oft wird ein Therapiemix aus Bewegung, Medikamenten und als letztes Mittel die Operation vorgesehen, bei dem etwa ein künstliches Gelenk eingesetzt wird. Ein neues Therapieprogramm aus Dänemark mit dem Namen GLA:D – Good Life with osteoArthritis (übersetzt: Gutes Leben mit Arthrose) – zeigt nun aber, wie mit einfachen Methoden überraschende Resultate bei Arthrose-Patienten erzielt werden können. Kernpunkt des Programms ist, dass Patientinnen und Patienten nach einer eingehenden Untersuchung lernen, ihre Bewegungen und Haltung zu kontrollieren, ihre Muskelkraft zu trainieren und ganz zentral: Sie lernen auch, wie sie funktionale Übungen in ihren Alltag einbauen können.

Was ist Arthrose?

 Bei jeder Verbindung ist der Knochen mit einer dünnen Knorpelschicht überzogen. Bei einer Arthrose ist diese Schicht beschädigt oder abgebaut. Die meisten Arthrosen lassen sich auf eine Fehlstellung, übermässige Belastung oder Bewegungsmangel zurückführen, da Gelenke, die zu wenig bewegt werden, keine «Gelenkschmiere» mehr bilden. Am häufigsten betroffen von Arthrose sind die Hüft- und Knie- sowie die Fingergelenke.

Vielfältige Symptome

Die ersten Anzeichen einer Arthrose sind dumpfe oder stechende Schmerzen, sobald das Gelenk bewegt wird. Betroffene berichten oft von einem Anlaufschmerz am Morgen. Wird das Gelenk eine Weile bewegt, kann der Schmerz auch wieder verschwinden. Die Krankheit kann Betroffene so weit einschränken, dass Socken anziehen, in einen Mantel schlüpfen oder Schuhe binden zu einer grossen Herausforderung werden können.

Wer rastet, rostet

Eine weitere Erkenntnis, welche die Patienten machen sollen, ist, dass Bewegung – vor allem zu Beginn – auch Schmerzen bereiten kann und dass damit nicht noch mehr Schaden angerichtet wird. Im Gegenteil. Denn gerade Bewegungsmangel kann dazu führen, dass ein Gelenk, welches nicht belastet wird, zu wenig Gelenkflüssigkeit absondert und damit rascher zu einem Abbau des Gelenkknorpels führt.

Nach zwei bis drei Einzelsitzungen finden die Übungen meistens in der Gruppe statt. Das fördert den Wissenstransfer, aber auch das Bewusstsein, mit der Krankheit nicht alleine zu sein. Erhebungen aus Dänemark zeigen, dass bei rund einem Drittel der Patienten die Schmerzen abnehmen sowie Schmerzmittel teilweise abgesetzt oder reduziert werden können. Das erspart vielen Patienten eine Operation oder kann den Eingriff hinauszögern und sorgt so für eine höhere Lebensqualität mit mehr Bewegung. GLA:D wurde bereits am Bürgerspital Solothurn eingeführt und wird nun auf alle anderen Standorte der Solothurner Spitäler ausgeweitet.


Arthrose vorbeugen

  • Bewegen Sie sich. Je mehr sich die Gelenke bewegen, desto elastischer und belastbarer bleibt das Knorpelgewebe in den Gelenken. Ideale Sportarten sind Velofahren, Schwimmen, Wassergymnastik, Tanzen, Wandern oder ein moderates Krafttraining.
  • Abnehmen. Besonders die Kniegelenke, aber auch die Wirbelsäule und andere Gelenke leiden unter dem Druck der überflüssigen Kilos.
  • Gesunde Bewegungsabläufe in den Alltag einbauen. Arthrose-Patienten lernen, wie sie ihre Gelenke beim Heben, Sitzen oder Tragen richtig belasten.
  • Geben Sie das Rauchen auf. Es gibt Hinweise, dass der Nikotinkonsum die Versorgung des Knorpels mit Nährstoff stören kann.


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STÜRZE IM ALTER

Rasch handeln

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Über 80 000 Menschen, die älter sind als 65 Jahre, stürzen gemäss Beratungsstelle für Unfallverhütung jedes Jahr. Bei 1600 Personen ist ein Sturz ­tödlich, 96 Prozent dieser Todesfälle entfallen auf Personen über 65 Jahre. Stürze sind schweizweit also die häufigste Unfallursache. Die allermeisten Stürze ereignen sich im eigenen Haushalt, zwei Drittel der Sturzunfälle geschehen ebenerdig. Man stolpert über den Teppich, über ein Kabel oder rutscht auf einem glatten Boden aus.

Viele Nebendiagnosen

«Heute sind bis zu drei Viertel dieser Sturzpatienten im Spital betagte Menschen», sagt Dr. med. Michael Schmelz, Leitender Arzt Orthopädie am Kantonsspital Olten mit dem Schwerpunkt Unfallchirurgie. «Die grosse Herausforderung bei betagten Menschen ist, dass diese Patientinnen und Patienten oft Nebenerkrankungen haben, welche den chirurgischen Eingriff zur Herausforderung machen.» Etwa, weil sie wegen Bluthochdruck Medikamente nehmen, welche die Blutgerinnung hemmen, Diabetes haben oder eine Knochenerkrankung wie Osteoporose. Deshalb werden betagte Unfallpatienten auch geriatrisch betreut – sie brauchen also nicht nur den chirurgischen Eingriff, um den Knochen wiederherzustellen, sondern eine ganzheitliche, altersmedizinische Betreuung. «Die Interdisziplinarität bei solchen Eingriffen hat enorm zugenommen», so Michael Schmelz, der die unkomplizierte und teamorientierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen im Kantonsspital Olten explizit erwähnt. «Im Gegensatz zu früher, als der Chirurg entschied und die anderen ausführten, wird heute das Fachwissen aller medizinischen Fachrichtungen zusammengetragen für das beste Behandlungsergebnis.»

Mehr Präventionsarbeit

Entscheidend für den Erfolg einer Operation bei hochbetagten Menschen sei die Zeit. «Wenn sich betagte Menschen nicht mehr bewegen können und dadurch an Mobilität einbüssen, so verschlechtert sich ihr Allgemeinzustand enorm rasch und die Rate an Komplikationen steigt.» Deshalb sollten die Eingriffe in diesen Fällen innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Unfall erfolgen. So rasch ein Eingriff erfolgen muss, so wichtig ist eine gründliche medizinische Vorbereitung und danach die gute und häufig auch zeit­intensive geriatrische Betreuung. «Die sorgfältige Vorgehensweise mag zwar manchmal zu einem etwas längeren Aufenthalt führen, dafür haben wir aber durch die Kooperation zwischen Geriatrie und Traumatologie eine sehr tiefe Rehospitalisationsrate.»

Schaut Michael Schmelz auf seine 20 Jahre in der Chirurgie zurück, so operierte man vor 20 Jahren meistens Unfallopfer aus dem Strassenverkehr. Heute sind es vor allem Knochenbrüche betagter Menschen. Das zeige, dass die Präventionsprogramme im Strassenverkehr ihre Wirkung zeigten, so Michael Schmelz. «Und jetzt brauchen wir dringend dieselben Präventionsprogramme, um die Anzahl der Stürze zu Hause zu minimieren.»

Der Arzt zeigt Röntgenbilder von gebrochenen Knochen

Stürze im Alter vermeiden – 5 Tipps

  1. Im Alter nimmt die Muskelkraft und auch die Koordination ab. Kraft und Gleichgewicht aber können bis
    ins hohe Alter trainiert werden. Erkundigen Sie sich in Ihrer Gemeinde oder bei Pro Senectute nach entsprechenden Kursangeboten.
  2. Prüfen Sie Ihre Wohnung auf Stolperfallen wie etwa Teppiche, Kabel, Türschwellen oder rutschige Böden.
  3. Sorgen Sie für genügend Licht im Haus oder der Wohnung. VerwendenSie helle Leuchtmittel.
  4. Achten Sie  darauf, dass der Zugang zum Haus immer frei ist von Schnee, Eis und Laub.
  5. Lassen Sie regelmässig Ihre Sehfähigkeit kontrollieren. Abnehmende Sehfähigkeit ist oft ein Grund für Stürze.


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Flora Colledge fährt Velo

Der schmale Grat zwischen Training und Sucht

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3 FRAGEN AN DIE SPORTWISSENSCHAFTERIN

Der schmale Grat zwischen Training und Sucht

Flora Colledge, sind Sie als erfolgreiche Triathletin mit rund 25 Trainingsstunden pro Woche die Richtige, um über Sportsucht zu forschen?

Das werde ich immer wieder gefragt und es ist eine berechtigte Frage. Aber gerade als Profisportlerin kenne ich den Unterschied zwischen intensivem Training und Suchtverhalten sehr gut. Es ist ein schmaler Grat. Ich trainiere, um Wettkämpfe zu gewinnen – Sportsüchtige nehmen meistens nicht an Wettkämpfen teil. Ich bin froh, auch mal eine Pause einlegen zu können oder das Trainingspensum zu reduzieren – Sportsüchtige müssen ihr genau definiertes Trainingsprogramm absolvieren, egal ob sie eine Verletzung haben oder krank sind. Meine sozialen Kontakte sind mir wichtig – Sportsüchtige aber vernachlässigen zugunsten ihrer Trainingseinheiten oft Familie oder soziale Kontakte.

Sind es mehr Männer oder Frauen, die eine Sportsucht entwickeln können?

Wir gehen von rund 40% Frauen und 60% Männer aus. Das sind keine allzu grossen Unterschiede. Die meisten dieser Sportsüchtigen trainieren in Fitnesscentern und absolvieren dort ihre festgelegten Einheiten. Bei Frauen ist oft auch eine Essstörung im Spiel.

Was kann man gegen Sportsucht tun?

Als Erstes erkennen, dass man ein Suchtverhalten hat. Ein wichtiges Anzeichen dafür ist, dass man kaum mehr ohne Training leben kann. Im Gegensatz zu anderen Sportlern, die beim oder nach dem Sport Glücksgefühle erleben, geniessen Sportsüchtige ihr Training nicht, sie sind von einer inneren Unruhe getrieben. Herausfordernd in der Therapie ist, dass Bewegung grundsätzlich ja etwas Gutes ist. Es geht also darum, wieder Freude am Sport zu entwickeln. Das aber schafft man kaum selber und sollte darum therapeutisch begleitet werden.


Dr. Flora Colledge

ist nicht nur Sportwissenschafterin am Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel, sondern auch erfolgreiche Triathletin. Sie gewann den Patagonman 2019 in Chile – das Rennen zählt zur «Extreme Triathlon»-Serie.

 

Sind Sie süchtig nach Sport? Machen Sie den Test!

Portrait von Flora Colledge

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